Titelbild


„Die bauliche Weiterentwicklung ist ein erfreuliches Signal“

14.05.2012 | von Harald Dubyk
Dr. Hans Gerstlauer
Dr. Hans Gerstlauer, Bürgermeister der Gemeinde Wilhelmsdorf.

Mit dem Erweiterungsbau von Haus Saar und der Verlagerung von 30 Therapieplätzen vom ehemaligen Rehabilitationszentrum am Bussen an die Ringgenhof hat sich die Fachklinik, die seit Mitte der 60er Jahre in Wilhelmsdorf abhängigkeitserkrankte Männer behandelt, auf 172 Betten vergrößert. Für Bürgermeister Dr. Hans Gerstlauer ist die Erweiterung ein positives Bekenntnis der Zieglerschen zum Wirtschaftsstandort Wilhelmsdorf.

Herr Dr. Gerstlauer, welche Bedeutung hat die Fachklinik Ringgenhof aus Sicht der Gemeinde für Wilhelmsdorf?

Wilhelmsdorf ist schon seit es ihn gibt mit dem Ringgenhof eng verbunden. Die Fachklinik ist städtebaulich sehr gelungen und bildet ein schönes Bindeglied zum Pfrunger-Burgweiler Ried. Der Ringgenhof leistet hier seit seiner Ansiedlung Mitte der 1960er Jahre im Rahmen arbeitstherapeutischer Maßnahmen mit seinen Patienten und Mitarbeitern einen wertvollen Beitrag, die Bedeutung des Pfrunger Riedes öffentlich erlebbar zu machen etwa bei der Entwicklung und Pflege der Riedlehrpfade.
Viele Mitarbeiter wohnen ja in unserer Gemeinde, zum Teil stammen sie von hier. Auch manche Patienten bauen eine enge Beziehung zu Wilhelmsdorf auf und einige sind sogar an ihren Therapieort zurückgekehrt und haben angefangen hier zu leben und zu arbeiten. Diese Entwicklung prägt das Verhältnis von Klinik und Ort bis heute. Wir wünschen uns, dass dieses gute Miteinander auch in die Zukunft geführt werden kann.

 

Was bedeutet die Vergrößerung und damit die Weiterentwicklung der Fachklinik für Wilhelmsdorf?

Natürlich ist es spürbar, bedingt durch sozialpolitische Vorgaben und Veränderungen, dass sich Therapie und Patienten der Fachklinik Ringgenhof verändert haben. Durch die Verkürzung der Verweildauer in der Therapie ist die Verbundenheit der Patienten zum Ort Wilhelmsdorf nicht mehr so groß wie früher, wo Patienten bis zu neun Monaten in Therapie waren. Das Spektrum der Abhängigkeitserkrankungen hat sich ja verändert. Somit haben sich auch die Gesichter, denen man am Ort begegnet, verändert. Aber die bauliche Weiterentwicklung ist ein erfreuliches Signal, ein Bekenntnis zur Sitzgemeinde der Zieglerschen.

 

Wie viele Patienten mit einer Abhängigkeitserkrankung passen zu einer Gemeinde in der Größe von Wilhelmsdorf?

Wir sind Diakoniegemeinde und damit auch Inklusionsgemeinde. Wer, wenn nicht wir? In Wilhelmsdorf bilden Einwohner und die Bewohnerschaft der Zieglerschen eine Einheit. Das prägt uns und das wollen wir weiter positiv in die Zukunft entwickeln. Die Zahl von nun 172 Patientenbetten passt nach wie vor zur Größe des Ortes. Auf Ausgewogenheit sollten wir im beiderseitigen Interesse bedacht bleiben.
So ist künftig zu bedenken, dass Wilhelmsdorf in seiner Einwohnerzahl derzeit nicht wächst. Maßgeblich dafür ist einerseits die demografische Entwicklung andererseits die Tatsache, dass das weiter dynamische Wachstum der Zieglerschen vor allem außerhalb der Gemeinde Wilhelmsdorf stattfindet.

 

Wie eng ist die Entwicklung der Gemeinde Wilhelmsdorf in den zurückliegenden Jahren und Jahrzehnten mit dem Ringgenhof und damit auch mit den Zieglerschen als Gesamtwerk verbunden?

Die Entwicklung und die Geschichte der Zieglerschen prägen natürlich unsere Gemeinde sehr. Die Vielfalt und das großen private und öffentliche infrastrukturelle Angebot sind für eine 5000-Einwohnergemeinde nicht selbstverständlich und wären ohne die Zieglerschen so nicht entstanden. Ich denke zum Beispiel an unser Gymnasium und damit an den Schulstandort Wilhelmsdorf insgesamt. Dies alles wirkt sich auch wirtschaftlich aus und so sind die Zieglerschen der größte Arbeit- und Auftraggeber in der Gemeinde. Hierzu trägt auch die Fachklinik Ringgenhof mit ihren rund 100 Arbeitsplätzen bei. Das darf man nicht unterschätzen. Nicht nur aber auch deshalb hat der Gemeinderat den Erweiterungsbau von Haus Saar auf dem Klinikgelände sehr begrüßt.