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Streicheln statt streiten

14.03.2013 | von Sonja Friedel
Schulhundeprojekt
mit Ginger wird in den Pausen sehr gerne gespielt

Im Klassenzimmer herrscht eine ausgeglichene Stimmung seit es das Schulhundeprojekt mit Colliehündin Ginger und den Australien Shepard Simba gibt. Die beiden Hunde wurden in kürzester Zeit von den Kindern und Jugendlichen ins Herz geschlossen und sorgen auf spielerische Art und Weise für eine ruhige, entspannte und aufgeräumte Atmosphäre und stärken ihr Gemeinschaftsgefühl.

Kurz vor den Sommerferien wurden die beiden Hunde, damals noch kleine Welpen, in der Schule für Erziehungshilfe in Kleintobel eingesetzt. So konnten Sie gegenüber allen Reizen, denen sie in der Schule begegnen, eine hohe Toleranz entwickeln. Sobald die Hunde das Klassenzimmer betreten, nimmt die Lautstärke ab und die Kinder und Jugendlichen achten gemeinsam darauf, dass sich die Tiere wohlfühlen. „Bei den jungen Menschen war eine Wandlung zu spüren, laute und aggressive Kinder und Jugendliche sind im Unterricht deutlich ruhiger und ausgeglichener", berichtet Klassenlehrerin Linda Ohnemus. Einige Kinder kommen dadurch wieder lieber in den Unterricht, da sie Stress durch zu hohe Lärmpegel nicht mehr fürchten müssen.

Auch die Pausen verlaufen merklich ruhiger. Angespannte, verbal und teils auch körperlich aggressive Situationen sind zurückgegangen und einer positiven Grundausgeglichenheit gewichen. Die Kinder und Jugendlichen beschäftigen sich mit den Tieren, beobachten sie in ihrem Spiel und suchen körperlichen Kontakt. Die Freude am Schulalltag kommt hier deutlich zum Vorschein.

Die Hunde erleichtern den jungen Menschen die Kontaktaufnahme und bieten echte Kommunikation an. Die Schüler lernen anhand der Hunde Verantwortung zu übernehmen und können Emotionen zeigen. Ihre emotionale und soziale Intelligenz wird angeregt. Die freie Zuwendung der Hunde und das Befolgen der Befehle wirken sich positiv auf das Selbstwertgefühl der Schüler aus. „Die hierbei erworbenen Kompetenzen können sich auf die Kommunikation mit Mitmenschen übertragen und damit Sozialkontakte günstig beeinflussen", so Lehrerin und Besitzerin von Simba Petra Liewer.

Doch nicht nur wegen des verbesserten Gemeinschaftsgefühls oder des verbesserten Selbstwerts einzelner Kinder und Jugendlichen sind Ginger und Simba aus dem Schulalltag nicht mehr wegzudenken. Das Streicheln des Tieres fördert die Entspannung und hilft beim Abbau von Stress, Aggression, Trauer und depressiven Verstimmungen und wirkt sich förderlich auf den Unterricht aus. Wir wünschen uns deshalb, dass die Schulhunde nach Ablauf dieser Erprobungsphase hier für immer eingeführt werden können.