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Bewährtes Projekt der Jugendhilfe lässt junge Menschen weniger rauchen

02.03.2012 | von Katharina Stohr
Nichtraucherprojekt
Land Baden-Württemberg unterstützt Nichtraucherprojekt des Martinshaus Kleintobel

Ausflug und Gutschein statt Kippe und Qualm: Das Sozialministerium des Landes Baden-Württemberg bezuschusst für die Dauer von einem Jahr die Raucherprävention im Martinshaus Kleintobel. Mit Hilfe eines speziell entwickelten Nichtraucherprojektes rauchen viele junge Menschen in der Jugendhilfeeinrichtung der Zieglerschen weniger oder gar nicht mehr.

„Wir haben mit dem Nichtraucherprojekt eine aktive Möglichkeit gefunden, um junge Menschen bei einem gesünderen Leben zu unterstützen", sagt Daniel Murr, stellvertretender Schulleiter der Schule für Erziehungshilfe mit Bildungsgang Realschule. Überzeugt waren er und seine Kollegen schon vor über zwei Jahren davon, dass sich eine rauchfreiere Zone in Kleintobel schaffen lässt. Mit Erfolg: Dank des in Kleintobel erarbeiteten Belohnungskonzeptes ist die Raucherquote der jungen Menschen mittlerweile um nachweislich mehr als 20 Prozent gesunken.

Das Sozialministerium hat seit Februar diesen Jahres finanzielle Mittel bewilligt, um das bewährte Kleintobler Projekt aus dem Staatshaushaltsplan zu fördern. Wer beispielsweise vier Monate nicht geraucht hat, darf an einem Nichtraucherausflug teilnehmen. Auch können nichtrauchende Jugendliche Kleintobel-Bons ansparen, um damit Ravensburger Geschenk-Gutscheine einzulösen. Doch sollen die jungen Menschen nicht nur materiell belohnt werden: „Es geht auch um soziale Verstärker", sagt Daniel Murr, „denn ins Hallenbad, ins Freibad oder ins Kino gehen die Kids in der Regel nicht alleine sondern zu zweit". Und in der Buchhandlung einen Gutschein einzulösen, fördere außerdem die Lesefreude.

Dass die Kinder und Jugendlichen durch die Zuwendung ihre Freizeit sinnvoller gestalten, ist sowohl dem Sozialministerium als auch dem Martinshaus ein wichtiges Anliegen. Dabei setzten die Initiatoren auf die Eigenverantwortung der jungen Menschen: „Die Jugendlichen müssen selber aktiv werden, sich selbst für das Nichtrauchen im nächsten Monat anmelden und damit für sich selbst entscheiden", sagt Daniel Murr. Den Betroffenen falle es dadurch leichter, sich von Rauchern abzugrenzen und „nein" zu einer angebotenen Zigarette zu sagen.

Unterstützt durch das Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg