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Betreutes Jugendwohnen - mit Vollgas in die Selbstständigkeit

24.06.2013 | von Dr. Christiana Berner
Umzug in die eigene Wohnung

Die Unterstützung der Verselbständigung von Jugendlichen steht und fällt mit vorhandenen Ein-Zimmer-Wohnungen in Ravensburg und Umgebung.

Wer mitten im Schulabschluss steht, diesen bereits geschafft hat und eine Lehrstelle in Aussicht hat, bedarf mit 16 oder 17 Jahren oft noch Unterstützung auf dem Weg in ein selbstbestimmtes, eigenverantwortliches Leben. Das Betreute Jugendwohnen des Martinshaus Kleintobel, der Jugendhilfe der Zieglerschen, begleitet seit 1987 Jugendliche und junge Erwachsene, die nicht in ihrer Herkunftsfamilie leben können. Voraussetzung für die Arbeit sind Ein-Zimmer-Wohnungen. In diesen werden Jugendliche ab 16 Jahren regelmäßig von Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen begleitet und unterstützt.
„Aufgrund der doppelten Abitursjahrgänge und der Studienanfänger liegt in diesem Jahr ein besonders großer Engpass an Ein-Zimmer-Wohnungen/Appartements für das Betreute Jugendwohnen in Ravensburg und im Umland vor", berichtet Frau Dr. Berner, die Bereichsleitung für Sozialraumorientierte Angebote der Jugendhilfe der Zieglerschen. Auf dem Wohnungsmarkt kommen in Ravensburg bis zu 60 BewerberInnen für ein Ein-Zimmer-Appartement. „Uns ist es wichtig, dass Jugendliche und junge Menschen in ihrer Alltags- und Lebenswelt ihre bisherigen sozialen Bezüge fortsetzen und auf gewachsenen Netzwerken, Freundschaften und Beziehungen aufbauen können", fährt sie fort. Als Jugendhilfeträger bieten wir den Vermietern gesicherte Mietzahlungen und die Rückgabe des Wohnraums in einwandfreiem Zustand, auch weil wir auf eine eigene Hausmeisterei zurückgreifen können.

Carolina, 17 Jahre, wohnt seit einem halben Jahr im Betreuten Jugendwohnen „mit sehr guter Busanbindung" etwas außerhalb der Stadt Ravensburg. Carolina Schmidt beschreibt, wie wichtig es für sie ist, dass sie unterstützt von einer Sozialpädagogin „mein eigenes Leben aufbauen kann." Sie berichtet: „Ich bin gerade dabei, meinen Realschulabschluss zu machen und habe schon eine Zusage für eine Lehrstelle mitten in Ravensburg. Ich möchte auch nach dem Betreuten Jugendwohnen weiter im Raum Ravensburg leben und arbeiten." Sie hofft, dass „Vermieterinnen und Vermieter nicht immer denken, dass es Stress mit uns geben würde, sondern sehen, dass sie immer pünktlich ihre Miete bekommen, wir in die Schule oder in die Lehre gehen, unsere Kehrwoche machen, nach dem Haushalt schauen und dabei auch von den Sozialpädagoginnen unterstützt und kontrolliert werden."

Marcel, 18 Jahre, wohnt mitten in der Stadt Ravensburg. Die vom Betreuten Jugendwohnen angemietete kleine Wohnung in zentraler Lage eröffnet ihm bedeutungsvolle Möglichkeiten. Marcel erzählt, was er sich begleitet vom Betreuten Jugendwohnen im letzten Jahr neben der Realschule aufgebaut hat. „Ich gehe zu Fuß seit Oktober in den Unterricht der Feuerwehr und seit einem Jahr in die Sportfabrik, wo ich drei Mal in der Woche trainiere. Im September werde ich dann mit dem Bus zu meiner Lehrstelle nach Weingarten fahren."

Derzeit stehen etliche Jugendliche auf der Warteliste für das Betreute Jugendwohnen in Ravensburg. Ob sie in ihrer Entwicklung und Verselbständigung die notwendige Unterstützung erhalten können, steht und fällt mit dem Wohnraum. Deshalb würden sich die Jugendlichen, Frau Dr. Berner, Herr Schmitz und sein Team sehr freuen, wenn sich der eine oder andere Leser an freistehenden Wohnraum erinnert. Gerne informiert Sie der Leiter der Flexiblen Hilfen des Martinshauses weiter über alle wichtigen Details.
Kontaktdaten: Peter Schmitz, Leiter Flexible Hilfen, Eisenbahnstraße 49, 88212 Ravensburg, 07151 / 25269, schmitz.peter@zieglersche.de