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Kultus- und Sozialministerium bestätigen die Asperger-Intensivklassen

04.11.2014 | von Sonja Friedel

Ein Gespräch zur Weiterführung der Asperger-Intensivklassen mit Vertretern des Sozialministerium, Kultusministerium und Regierungspräsidium sowie dem Ravensburger Jugendamt erbrachte ein positives Ergebnis für das Martinshaus. Die Schule für Erziehungshilfe der Jugendhilfe der Zieglerschen kann die etablierten Asperger-Intensivklassen bis zum Schuljahr 2015/2016 fortführen.

Als Schule für Erziehungshilfe nimmt das Martinshaus auch junge Menschen auf, die aufgrund ihrer Verhaltensweisen in ihrer bisherigen Schule ausgegrenzt und gemobbt wurden und deren Schule trotz zusätzlicher Unterstützung von Außen nicht helfen konnte. Häufig gehören Menschen mit einer Asperger Persönlichkeit zu dieser Gruppe. Sie gelten als Sonderlinge und Streber, da sie sich z.B. besonders Fakten sehr gut merken können und über ein ausgeprägtes Sprachverständnis verfügen. Auch in Sachen logisches Denken sind sie so manchem Mitschüler weit voraus. Dafür sind sie nicht gut im direkten Gespräch mit einer anderen Person und haben oft hoch spezialisierte Interessen.

Für diese Schülerinnen und Schüler wurde im Martinshaus im Jahr 2005 ein Intensivklassensystem eingeführt, das an diese besonderen Kommunikations- und Handlungsanforderungen angepasst ist. Hier gehen nur junge Menschen mit Asperger Persönlichkeit zusammen in eine Klasse. Geeignet sind die Intensivklassen in Fällen, in denen andere Möglichkeiten wie z.B. Schulbegleitung nicht mehr ausreichend sind. „So fällt der soziale Druck weg und die Kinder können sich sehr viel besser aufs Lernen konzentrieren. In diesem Bereich beschulen wir aktuell ca. 30 Schülerinnen und Schüler", sagte Thomas Frick, Schulleiter im Martinshaus.

„Wir freuen uns sehr, die Genehmigung zur weiteren Fortführung vom Kultus- und Sozialministeriums Baden-Württembergs erhalten zu haben. Dies sichert die qualitativ hochwertige Arbeit unserer Schule, die damit verbundene gute Unterrichtsversorgung und die jeweils bestmöglichen Schulabschlüsse für junge Menschen mit Asperger-Persönlichkeit bis ins Jahr 2016", sagte Jonathan Hörster, Geschäftsführer der Einrichtung.

Im Rahmen der fachlichen Weiterentwicklung der Schule wird an einem neuen Klassenmodell gearbeitet, das der UN-Behindertenrechtskonvention und damit der Forderung nach Inklusion Rechnung trägt. Dieses soll dann ab dem Schuljahr 2016 umgesetzt werden und sieht eine verzahnte Beschulung mit herkömmlichen Klassen vor.

Aktuell können die jungen Menschen im Martinhaus den Realschulabschluss machen. Ebenfalls im Angebot der Einrichtung sind Gymnasialklassen, die im Rahmen der bildungsgangunabhängigen Beschulung Sekundarstufe I angeboten werden.