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Ein Ort zum Ankommen

17.10.2012 | von Katharina Stohr
Eröffnung AWG 6
Freuen sich auf eine gute Gemeinschaft in der Boschstraße 44/1 in Baindt: v.l. Thomas Rittmeyer, Leiter der Stationären Hilfen; Stefanie Strauss, Gruppenleiterin AWG6; Stefan Eisenhardt, Kaufmännischer Geschäftsführer der Jugendhife; Elmar Buemann, Bürgermeister von Baindt; Jonathan Hörster, Fachlicher Geschäftsführer der Jugendhilfe.

Neue Außenwohngruppe der Jugendhilfe in Baindt eröffnet

Die Jugendhilfe der Zieglerschen hat im September eine neue Außenwohngruppe in der Boschstraße 44/1 in Baindt eröffnet. Damit haben fünf Kinder und Jugendliche des Martinshaus' Kleintobel ein neues Zuhause gefunden. Bürgermeister Elmar Buemann hieß Geschäftsführer und Mitarbeitende der Jugendhilfe vor Ort willkommen und ließ sich durch die Räumlichkeiten führen.

„Kinder- und Jugendhilfe ist eine gesellschaftliche Aufgabe", sagte Jonathan Hörster, Fachlicher Geschäftsführer der Jugendhilfe. Eine Außenwohngruppe biete für verhaltensauffällige junge Menschen passende Chancen, um selbständig und so normal wie möglich am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Das Zusammenleben funktioniere ähnlich wie in einer Familie. Die Zieglerschen hätten das Gebäude eigens für diesen Zweck gekauft und entsprechend umgebaut, erklärte Stefan Eisenhardt, Kaufmännischer Geschäftsführer der Jugendhilfe. Jeder, der bald sechs Bewohner habe ein Einzelzimmer, daneben fänden Büro, Küche, Wohnzimmer und Bäder in den 250 Quadratmetern des dreistöckigen Hauses Platz. „Mit vier Mitarbeitenden ist eine intensive Betreuung rund um die Uhr gewährleistet", sagte Thomas Rittmeyer, Leiter der Stationären Hilfen.

Für eine gelingende Entwicklung der jungen Menschen seien die Stärkung des Selbstvertrauens und die Erhöhung der Selbständigkeit sehr wichtig, sagte Stefanie Strauss, Gruppenleiterin der Außenwohngruppe. Das erfordere neben einem hohen Maß an Beziehungsarbeit vom betreuenden Team auch strukturierende Elemente. So versorgten sie sich zum Beispiel selbst, jeder müsse abwechselnd den Tisch decken oder sonstige Hausarbeiten verrichten. Tagsüber besuchen die jungen Bewohner zwischen zehn und 14 Jahren die Schule für Erziehungshilfe mit dem Bildungsgang Realschule im Martinshaus Kleintobel.

Dass mit Baindt bereits die sechste Außenwohngruppe der Jugendhilfe am Standort Kleintobel eröffnet wurde, rührt nicht zuletzt aus den bislang positiven Erfahrungen mit dieser Wohnform. Vor allem fielen gute nachbarschaftliche Verhältnisse und nette Kontakte auf: „Wir hatten schon Jugendliche, die gingen nach einiger Zeit regelmäßig mit dem Hund des Nachbarn spazieren", sagte Thomas Rittmeyer. Anfängliche Vorbehalte seitens der Nachbarschaft seien dennoch verständlich. „Unsere Nachbarn geben mittlerweile meistens positive Rückmeldung", sagte Stefanie Strauss. Für Ende des Jahres planen die Mitarbeitenden der Außenwohngruppe einen Tag der offenen Tür und freuen sich schon jetzt auf reges Interesse der Baindter Bevölkerung.

Bürgermeister Elmar Buemann wünschte den Beteiligten eine gute Gemeinschaft. „Ich erhoffe mir für diese Außenwohngruppe, dass sie ein Ort für Kinder und Jugendliche wird, an welchem sie ankommen und Freiheit erleben können, um sich selbst zu entdecken. Und dass sie dabei auch für all' die künftigen Herausforderungen des Lebens ausgestattet werden", sagte Jonathan Hörster.