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Vom Viehanhänger zum Pizzaofen

23.04.2012 | von Sonja Friedel
Pizzaofenprojekt
Robert prüft die Hitze im Steinofen

Nach einem halben Jahr Büffeln, Überlegen, Konstruieren und Bauen ist es endlich soweit. Die „Zehner" der Asperger Intensivklasse vom Martinshaus Kleintobel genießen selbstgemachte Pizza aus ihrem Pizzaofen. „Am besten schmeckt mir die Pizza Hawaii" sagt Sebastian, als er die Pizzas mit Tomatensoße bestreicht.

 

Im Zuge der Projektwoche im Juli 2011 entwickelten die Jugendlichen in Absprache mit ihrem Lehrer Karsten Hampapa und Andreas Rosek die Idee für den Bau eines mobilen Pizzaofens.
Die erste Herausforderung, die zu erwartenden hohen Materialkosten so niedrig wie möglich zu halten, haben die Jugendlichen gut lösen können. „Beim regionalen Schrotthandel konnten wir viele der Materialien günstig erstehen", berichtet Robert. Vom Martinshaus erhielten sie zur Realisierung des Projektes ein Darlehen. Dieses wird über den Pizzaverkauf wieder abbezahlt. Nach der zeitaufwendigen Vorbereitung, konnten die Jugendlichen mit der handwerklichen Seite beginnen. Sie zerlegten einen Viehanhänger und benutzen davon die Achse für einen mobilen Unterbau. Es wurde geschweißt und gehämmert. Mit Erfolg, denn nach vielen schweißtreibenden Stunden war das Hängergestell am Ende der Projektwoche endlich fertig.
Auch die zweite Herausforderung, wie genau ein Pizzaofen aufgebaut werden muss, haben die jungen Menschen während der Technikstunden gemeistert. Als wertvoller Berater im Vorfeld fungierte Arthur Sterk, Ofenbauer aus Weingarten. Sterk nahm sich viel Zeit und gab viele Tipps für den professionellen Ofenbau. Mit diesem Wissen tüftelten die Schüler den Aufbau mit einem digitalen Zeichenprogramm bis ins kleinste Detail aus und machten sich an den Ofenbau. Es wurde gegipst, verputzt und die Ofentür eingebaut. Robert erzählt gerne vom Projekt und ist stolz auf seinen Ofen. „Ein Bekannter von mir hat sogar den fertigen Ofen auf seine Sicherheit und Standfestigkeit geprüft und sein ok gegeben", so Robert.
Am 22. März wurde der Ofen offiziell angefeuert. Nun sind alle Jugendlichen schon mit der Planung zu Verkaufsaktionen und den hierfür notwendigen Kalkulationen beschäftigt. Zum Einsatz kommt der mobile Steinofen beispielsweise beim Nichtraucherausflug des Martinshaus Kleintobel oder beim Tag der offenen Tür am 05. Mai 2012. Alle sind schon ganz gespannt, wie die Pizza den Eltern und Nachbarn schmecken wird. Auch im Gesicht von Hampapa spiegeln sich Freude und Stolz über seine Jugendlichen wieder. „Wir hatten mit vielen Herausforderungen zu kämpfen, aber die Schüler haben diese alle sehr souverän gelöst", so berichtet er.