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Ev. Waisenhausverein Siloah e.V. ermöglicht moderneren Jugendhilfeansatz

21.06.2012 | von Katharina Stohr
Mit großzügiger Spende in die Zukunft
Jonathan Hörster, Fachlicher Geschäftsführer der Jugendhilfe (zweiter von rechts) nimmt einen Scheck über 100.000 Euro von den Vorständen des Ev. Waisenhausvereins Siloah e.V. entgegen. Von rechts: Bürgermeister Rainer Magenreuter, Pfarrer Michael Mitt, Dr. Dagmar Hoehne und Susanne Bauer-Bolender

Mit einer Spende von 100.000 Euro hat der Ev. Waisenhausverein Siloah e.V. für große Freude in der Jugendhilfe der Zieglerschen gesorgt. In den kommenden Jahren sollen damit die Jugendhilfeansätze der beiden Standorte Siloah in Isny und im Martinshaus Kleintobel umgestaltet werden.

„Wir können auf eine mehrjährige und lebendige Kooperation mit dem Ev. Waisenhausverein Siloah zurück blicken", sagte der Fachliche Geschäftsführer Jonathan Hörster anlässlich der großzügigen Scheckübergabe. Auf partnerschaftliche und freundschaftliche Weise würden durch die Zusammenarbeit sowohl die Geschichte als auch die Wurzeln von Siloah gepflegt. Schon mehrfach hat der Ev. Waisenhausverein Siloah e.V. als ehemaliger Träger des Isnyer Standortes die Jugendhilfe in den vergangenen Jahren mit fachlichem Wissen und mit Spenden unterstützt. „Ohne diese Gelder könnten wir wichtige Projekte in der Jugendhilfe nicht umsetzen", sagte Jonathan Hörster.

Mit der Spende von 100.000 Euro soll nun das sogenannte RSO-Projekt umgesetzt werden. „Dahinter verbirgt sich ein ressourcen-, lösungs- und sozialraumorientierter Ansatz, bei welchem wir die jungen Menschen und ihre Familien in neuen Kontext professioneller Hilfen stellen" sagte Hörster. Wichtig bei diesem Ansatz sei die Aktivierung aller „Nicht-Fachkräfte", um auf Augenhöhe gemeinsam Lösungen zu finden. Das Modell zeichne sich ebenfalls durch den veränderten Fokus in der Jugendhilfe aus: „Weg vom Defizitdenken - hin zu den Ressourcen und Stärken, die die Kinder und Jugendlichen mitbringen, um ihre eigene Zukunft aktiv gestalten zu können", so Hörster. Dies entspreche auch dem Inklusionsgedanken, der Gleichberechtigung und Selbstbestimmung fördert. "Wir unterstützen Familien und das soziale Umfeld darin, anhand ihrer individuellen Fähigkeiten und Wünsche an der Gesellschaft teilzuhaben. Gemeinden und Regelschulen laden wir dazu ein, integrativ mitzuarbeiten und Inklusion ganz praktisch umzusetzen", so Hörster.

Die gesamte Spende des Waisenhausvereins wird dabei in die Mitarbeitenden investiert, um „den Grundwasserspiegel an fachlichem Wissen zu sichern, so dass gedeihliches Wachstum möglich ist", sagte Hörster. Das Ergebnis solle sein: „Eine Umgestaltung der Jugendhilfe bezüglich der Kultur, der Struktur und der Strategie hin zu einem moderneren Jugendhilfeansatz, der sich durch Individualpädagogik und durch die Konzentration auf die Stärken und Potentiale definiert". Dazu gehöre die Vernetzung mit den Familien, mit den helfenden Personen und mit dem sozialen Umfeld in der Region.

Der evangelische Klinikpfarrer Pfarrer Michael Mitt, Vorstandsvorsitzender des Waisenhausvereins, wünscht sich darüber hinaus für die gesamte Stadt Isny ein vernetztes System für alle Helfenden, die mit Kindern, Jugendlichen und Familien zu tun haben. In Isny gebe es Vieles, was Kinder und Jugendliche angehe, so Mitt, aber „von der Hebamme über den Kindergarten bis zur Schule" wisse man voneinander oft nichts. Mit einer Vernetzung könne Wissen übergeben werden. Als klaren Standortvorteil sieht er dabei Siloah mit seinem vorhandenen professionellen Know-how an Kinder- und Jugendarbeit.