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Sprachförderung im Kindergarten – Erzieherinnen gehen neue Wege um Kinder zu fördern

30.03.2012 | von Lorenz Macher - Bildungsbüro RV

Alle Beteiligten Sponsoren, der Runde Tisch Sprachförderung, die KiTa-Träger, Coaches und Erzieherinnen freuen sich über das gelungene gemeinsame Engagement für Sprachförderung im Projekt KoBS

»Auch wenn wir in einer wundervollen Region leben, wir dürfen nicht vergessen, dass auch hier viele Kinder benachteiligt sind« sagte Eva-Maria Meschenmoser, die Erste Landesbeamtin des Landkreises Ravensburg, bei der Abschlussveranstaltung zur Kollegialen Beratung Sprachförderung (KoBS) am 29.Februar in der Pädagogischen Hochschule Weingarten.

Und das hat viel mit Sprache zu tun. Denn Sprache ist der Schlüssel zur Welt. Je schlechter Kinder eine Sprache beherrschen, desto schwieriger wird es für sie, in der Schule Erfolg zu haben und damit ausreichende Chancen für einen erfüllenden Beruf zu haben. Deshalb müssen schon im Kindergarten solche Kinder besonders unterstützt werden. Im Landkreis Ravensburg - so hat der erste Bildungsbericht gezeigt - haben ein Drittel der Kinder erhöhten, ein Viertel der Kinder sogar intensiven Sprachförderbedarf. Vor diesem Hintergrund haben sich 24 Erzieherinnen aus verschiedenen Kindergärten im Landkreis einer besonderen Art der Fortbildung unterzogen, um Kinder mit schwierigen Voraussetzungen besser fördern zu können. Über ein Jahr lang haben sie sich in Kleingruppen bei verschiedenen Kindergärten getroffen, um als Kolleginnen miteinander und voneinander zu lernen und gemeinsam praxistaugliche Handlungsstrategien bei der Sprachförderung von Kindern einzuüben und zu verbessern. Angeleitet wurden die Treffen von drei erfahrenen Sprachförderexpertinnen aus der Region. Uschi Matt vom Hör-Sprachzentrum der Zieglerschen: »In einem Kindergarten mit einem Anteil von 95% Kinder mit Migrationshintergrund sind die Herausforderung an die Erzieherinnen besonders hoch, aber diese werden dort vorbildlich gemeistert.« Das zeigen auch die Evaluationsergebnisse des Projektes: die Erzieherinnen gaben an, sich in der Sprachförderung von Kindern mit Sprachproblemen, nicht nur solchen mit Migrationshintergrund, jetzt sehr viel besser auszukennen. Die anwesenden Sponsoren des Projektes von der Kreissparkasse und den Rotary Clubs aus dem Landkreis Ravensburg, waren von der Leistung der Erzieherinnen so beeindruckt, dass sie spontan als Grundstock für die Fortsetzung des Projekts noch eine weitere Spende überreichten. Denn das Projekt ist nicht nur inhaltlich, sondern auch vom Zustande kommen her ungewöhnlich, wie Lorenz Macher, Koordinator des Projektes beim Regionalen Bildungsbüro darstellte. Mit dem Hör-Sprachzentrum der Zieglerschen, der Caritas-Bodensee-Oberschwaben und der Katholischen Gesamtkirchenverwaltung wurde das Projekt von unterschiedlichen Institutionen mit Expertenwissen gemeinsam entwickelt. Dieses Projekt zeigt idealtypisch, wie eine Bildungsregion funktioniert, so Macher weiter. Denn alle ziehen mit großem Engagement an einem Strang zum Wohle der Kinder in unserem Landkreis. Ab Mitte März können sich wieder Kindergärten für dieses Projekt bewerben. Weitere Informationen: www.bildungsregion-ravensburg.de/sprachfoerderung