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In meinen Frei(t)räumen... Theaterprojekt am Hör-Sprachzentrum Wilhelmsdorf

01.08.2013 | von Eva Huchler

Frei(t)räume in den eigenen vier Wänden - so unterschiedlich wie die Jugendlichen, die darin wohnen

Was im zweiten Schulhalbjahr im Februar in Wilhelmsdorf begonnen hatte, fand in der letzten Schulwoche vor den Sommerferien seinen eindrucksvollen Abschluss:

Dank der großzügigen Unterstützung durch die Johannes-Ziegler-Stiftung, die Krumbach Familienstiftung, die Bürgerstiftung Ravensburg und die Bildungsstiftung der Kreissparkasse Ravensburg konnte das Hör-Sprachzentrum Wilhelmsdorf auch in diesem Jahr wieder ein groß angelegtes Theaterprojekt durchführen. Unter der Federführung von Barbara Stockmayer, Theaterpädagogin und Lehrerin am Hör-Sprachzentrum Wilhelmsdorf, beteiligten sich 84 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen sechs bis acht in Theatergruppen aus fünf Wilhelmsdorfer Regel- und Sonderschulen.

Am Montag, 22.07.2013 führten die Schülerinnen und Schüler der Hör-Sprachzentrums, des Wilhelmsdorfer Gymnasiums, der Sonderschule St. Christoph, der Hoffmannschule und der Otto Lilienthal Realschule in der Turnhalle des Hör-Sprachzentrums der Zieglerschen ihre selbst erarbeiteten Stücke unter dem thematischen Dach Frei(t)räume auf. In fünf Aufführungen zeigten die Schülerinnen und Schüler, was sie als Frei(t)raum empfinden.
Und so frei wie der thematische Rahmen waren auch die Interpretationen der verschiedenen Theatergruppen: von der Anlehnung an den Freiheitsgedanken von Schillers Wilhelm Tell bis zum ganz persönlich erträumten und bestenfalls tatsächlich erlebten Freiraum der Jugendlichen in den vier Wänden des eigenen Zimmers, wurde für die Zuschauer spürbar, wie individuell und intensiv sich die einzelnen Gruppen mit dem Thema auseinander gesetzt haben. Die an die einzelnen Stücke anschließenden Reflexionssequenzen ermöglichten dem Publikum, bei den DarstellerInnen zu hinterfragen, wie sich dem Thema Frei(t)räume angenähert haben.
Damit die SchülerInnen die Herausforderung - nicht nur des Theaterspielens an sich, sondern auch die Entwicklung des Themas zum Theaterstücks - meistern konnten, begleiteten neben Barbara Stockmayer weitere LehrerInnen der teilnehmenden Schulen sowie freie Theater- und TanzpädagogInnen die einzelnen Kleingruppen.

Der Gewinn für die einzelnen Jugendlichen aus diesem schulischen Theaterprojekt ist dabei so vielschichtig wie das Thema selbst: Vom Erleben eigener Kompetenzen - unabhängig von Schulnoten und alltäglich sichtbaren Stärken oder Schwächen - über das Einlassen auf eine neue Rolle, hin zur gemeinsamen Verantwortungsübernahme in der Gruppe für das Gelingen der abschließenden Aufführung, entdecken die Jugendlichen die in ihnen schlummernden Möglichkeiten.
Die intensiven, sehr unterschiedlichen und begeisternden Aufführungen der vergangenen Woche zeigen, dass die DarstellerInnen auch im diesjährigen Theaterprojekt des Hör-Sprachzentrums genau diese Möglichkeiten in sich entdecken und erwecken konnten.