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Bunte Ferien in der Leopoldschule

10.09.2014 | von Eva Huchler
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Bunt, bunter, Ferienfreizeit!

Ferienzeit ist Urlaubszeit, will man meinen. Doch das ist nicht für alle Schülerinnen und Schüler selbstverständlich. Auch im vermeintlich reichen Oberschwaben gibt es Familien, die sich in den Sommerferien keinen Urlaub oder Ausflüge leisten können. Für die Kinder und Jugendlichen bedeuten die Ferien dann oft: Rumhängen, langweilen oder vor dem PC sitzen.

Um auch Kindern aus einkommensschwachen Familien erlebnisreiche Ferien zu ermöglichen, organisiert das Hör-Sprachzentrum der Zieglerschen seit nunmehr neun Jahren in den Sommerferien eine Ferienfreizeit für Kinder und Jugendlichen auf dem Gelände der Leopoldschule in Altshausen. Das Besondere daran: Die Teilnahme der 8 bis 14 Jährigen an der Ferienfreizeit ist für deren Eltern kostenfrei, die Anmeldung der Kinder erfolgt über regionale Jugendämter und Behörden.

Auch in diesem August kamen wieder 40 Kinder in den Genuss eines vielfältigen Ferienprogramms. Ein Team aus ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um Projektleiterin Marion Hepner umsorgte in den ersten vier Wochen der Sommerferien die Kinder, die erfüllte Ferientage erleben durften. Übernachten konnten die Kinder in den Internatsräumen der Leopoldschule, die während der Sommerferien leer stehen. Die Tage waren gefüllt von gemeinsamem Spielen, Ausflügen ins Schwimmbad, in den Skylinepark, ins Wolfegger Bauernhaus-Museum, zum Eis essen, ins Kino oder ins Ravensburger Spieleland und Grillabenden auf dem Campus der Leopoldschule – je nach Wetterlage.

Aber auch in das Vereinbaren von Regeln zum Umgang im Miteinander während der Freizeit und in das Abstimmen über die jeweiligen Freizeitaktivitäten wurden die Kinder und Jugendlichen einbezogen. „Uns geht es in der Ferienfreizeit nicht um die Erziehung der Kinder, der Spaß soll im Vordergrund stehen", erklärt Marion Hepner. „Dennoch ist uns wichtig, dass den Kindern und Jugendlichen bewusst wird, was den Urlaub abgesehen von tollen Ausflugszielen für alle zu einem schönen Erlebnis macht: Gegenseitige Rücksichtnahme, das Miteinander-Reden in Konfliktsituationen und einen Ausgleich zwischen verschiedenen Interessen zu finden."

Klar ist, dass dies nur mithilfe der großen Unterstützung Dritter möglich werden konnte. Dank der Förderung der Stiftung Kinderland Baden-Württemberg und der TD Erwerbergesellschaft mbH konnte die benötigte Summe zur Durchführung der Freizeit von rund 15.000 € aufgebracht werden.

Natürlich braucht es aber noch mehr: Zwölf ehrenamtliche Betreuer engagierten sich in ihrer Freizeit rund um die Uhr für die Kinder und Jugendlichen. Die meisten der angefragten regionalen Freizeitveranstalter unterstützten durch reduzierte Preise oder kostenlosen Eintritt. Und auch die Leopoldschule leistete einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen der Freizeit. Dazu gehört nicht nur das zur Verfügung stellen der Internatsräumlichkeiten, sondern vor allem auch viel persönlicher Einsatz. „Wir haben auch dieses Jahr wieder viel Unterstützung durch die Mitarbeiter der Leopoldschule erhalten. Frau Sindermann und ihre KollegInnen aus dem Internat haben zu Ferienbeginn wieder alles für uns vorbereitet, Mitarbeiter aus der Hauswirtschaft standen uns zur Seite und der Hausmeister war mit kleinen oder größeren Nöten immer für uns da. Das ist alles so viel Wert.", bedankt sich die Freizeitleiterin.

Diesem Dank können sich die Eltern der teilnehmenden Kinder nur anschließen. „Ich bin so froh, dass das noch geklappt hat", sagt eine Pflegemutter beim Abholen ihres Kindes, das ihr glücklich und zugleich müde in die Arme fällt.