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Absage an den blauen Dunst

31.12.2013 | von Eva Huchler

Jugendliche trainieren im Kraftraum des Ringgenhofs gemeinsam mit Trainer Manfred Schilke
Bereits zum vierten Mal beteiligt sich die Wohngruppe 1 des Internats am Hör-Sprachzentrum Wilhelmsdorf am europaweiten Nichtraucherwettbewerb „Be smart - don't start" für Schulklassen der Stufen sechs bis acht. In diesem Wettbewerb werden jährlich „rauchfreie" Schulklassen ausgezeichnet, die sich in gemeinsamen Aktionen für das Nichtrauchen stark machen.

Um den internationalen Zusammenhang dieser Kampagne praktisch erfahren zu können, pflegt die Wohngruppe des Hör-Sprachzentrums Wilhelmsdorf seit fast drei Jahren eine Brieffreundschaft zu einer Schweizer Partnerklasse aus dem Kanton Solothurn. Die beiden Schülergruppen motivieren sich gegenseitig im Kampf gegen den blauen Dunst und konnten in der Vorweihnachtszeit erneut gemeinsam aktiv werden. Die Schweizer Schülergruppe besuchte das Hör-Sprachzentrum und gemeinsam verbrachten die Jugendlichen drei rauchfreie und erlebnisreiche Tage in Ravensburg und Umgebung. Aber neben tollen Freizeitaktivitäten wie einer GPS-gestützten Nachtwanderung und einem Bowling-Abend standen auch ernste Themen im Mittelpunkt ihres Austauschs:
So konnten die Schülerinnen und Schüler eine Führung durch eine Klinik für suchtkranke Menschen bekommen, das Fachkrankenhaus Ringgenhof der Zieglerschen, und sich dort von Patienten hautnah erklären lassen, wie stark ein Suchtmittelkonsum das Leben beeinflussen kann. Seit März 2010 ist das Fachkrankenhaus Ringgenhof Mitglied im Deutschen Netz Raucherfreier Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen (DNRfK). Harald Stolzke, Therapeut und Teamleiter im Fachkrankenhaus, erklärte den Jugendlichen, was das bedeutet: „Unsere Aufgabe besteht nicht nur darin, zum Schutz der Nichtraucher für eine rauchfreie Umgebung zu sorgen, sondern wir sind auch verpflichtet, Raucher bei der Tabakentwöhnung aktiv zu unterstützen. Mittlerweile haben wir zwei Tabakentwöhnungs-seminare, die über das ganze Jahr hinweg angeboten werden und erreichen immer mehr Patienten." Gleichzeitig konnten die Schülerinnen und Schüler auch erfahren, was Menschen auf dem Weg in ein suchtmittelfreies Leben hilft: zum Beispiel Sport im klinikeigenen Kraftraum.
Auch verschiedenen Krankenkassen statteten die Jugendlichen einen Besuch ab. Sie wollten konkret wissen, welche körperlichen Folgen das Rauchen nach sich ziehen kann und welche Therapien die Krankenkassen für die Raucherentwöhnung ihrer Versicherten anbieten. Spätestens jedoch bei der Befragung von rauchenden Passanten in der Ravensburger Innenstadt wurde allen Jugendlichen wieder deutlich: Besser erst gar nicht mit dem Rauchen anfangen, dann braucht man sich um das Aufhören nicht zu kümmern!