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350 Spender aus der Region ermöglichen unbeschwerte Ferien

03.09.2013 | von Eva Huchler
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Spaß und Aktion auf dem Gelände der Leopoldschule in Altshausen

„Du kannst Dir nicht vorstellen, was wir alles gemacht haben!", ruft der zehnjährige David

und fällt seiner Mutter in die Arme. David hat in seinen Sommerferien auf dem Gelände der Leopoldschule der Zieglerschen eine Woche Freizeit erlebt und das ist für ihn nicht selbstverständlich: Die Ferienfreizeit wird für Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien angeboten; Familien, die ihren Kindern selbst keinen Urlaub ermöglichen können.
Rund 45 Kinder zwischen acht und vierzehn Jahren wurden in den ersten vier Wochen der Sommerferien jeweils eine Woche lang von einem Team um Leiterin Marion Hepner liebevoll umsorgt und erlebten erfüllte Ferientage - ohne dass dafür Kosten auf ihre Eltern zukamen. Im Freibad toben, zusammen ins Kino gehen, aufregende Tage im Kletterpark erleben, das Ravensburger Spieleland besuchen, sich in einem Maislabyrinth verstecken, am Bodensee ein Eis essen und abends auf dem Campus der Leopoldschule gemeinsam grillen, da bleiben nur leuchtende Kinderaugen. „Manche Kinder haben so etwas noch nie erlebt, sie waren noch nie in einem Freizeitpark oder noch nie im Kino, geschweige denn im Urlaub. Ferien heißt für sie normalerweise zuhause rumhängen. Umso größer ist ihre Begeisterung darüber, was sie hier in einer einzigen Ferienwoche alles erleben dürfen", erklärt Marion Hepner. Auch die Geborgenheit in der Gruppe, das gemeinsame Essen, das aufeinander Rücksicht nehmen und das Knüpfen neuer Freundschaften sind nicht für alle Kinder alltäglich. „Erst hatte ich ein bißchen Angst, weil man weiß ja nie, was für andere Kinder da dabei sind", gibt Tatjana zu „aber dann habe ich Lisa zum ersten Mal gesehen und wusste gleich: wir werden beste Freundinnen!".

„Es ist wunderbar, dass wir den Kindern solche Erfahrungen ermöglichen können", findet Marion Hepner. Klar ist aber auch, dass dies nur mithilfe der großen Unterstützung Dritter möglich werden konnte. Über 350 Unterstützer aus der Region kamen dem Spendenaufruf des Hör-Sprachzentrums der Zieglerschen für die Ferienfreizeit nach und spendeten rund 21.000 €, mit der die Ferienfreizeit 2013 voll finanziert werden konnte. Zwölf ehrenamtliche Betreuer engagierten sich in ihrer Freizeit rund um die Uhr für die Kinder und Jugendlichen. Die meisten der angefragten regionalen Freizeitveranstalter unterstützten durch reduzierte Preise oder kostenlosen Eintritt. Und durch die großzügige Spende der Gesellschafter der TD Erwerbergesellschaft von zusätzlichen 15.000 € ist heute schon sicher, dass in den Sommerferien 2014 wieder eine Freizeit stattfinden kann!

„Dieses großartige Projekt kann nur stattfinden, weil sich Jahr für Jahr so viele Menschen finden, die das Ihrige dazu beitragen, damit die Freizeit gelingt. Diese Fülle an Engagement macht mich sehr dankbar und zeigt mir, dass wir uns hier um ein wichtiges gesellschaftliches Thema kümmern. Allen Spendern, Unterstützern und Betreuern gilt mein herzlicher Dank", so Ursula Belli-Schillinger, Fachliche Geschäftsführerin des Hör-Sprachzentrums.

Auch viele der Eltern sind von so viel uneigennütziger Hilfsbereitschaft überwältigt. Ihre Dankbarkeit dafür, dass ihren Kindern so ein Glück ermöglicht wird, drückt sich in Briefen, Postkarten und selbstgebackenem Kuchen für das Betreuerteam aus. „Der Bedarf ist wirklich ungebrochen groß", bestätigt Marion Hepner. Auch im achten Jahr, in dem diese Ferienfreizeit für Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien stattfindet, wurden durch die Jugendämter wieder mehr Kinder vorgeschlagen, als tatsächlich teilnehmen können.

So sagt Tatjana, als sie Marion Hepner zum Abschied umarmt: „Ich hoffe, dass ich nächstes Jahr wiederkommen darf!". Und eine andere Betreuerin, die neben den beiden steht und Tatjanas Worte hört, erwidert schmunzelnd: „Das hoffe ich auch, dass ich nächstes Jahr wieder mitmachen darf."