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Jahresbericht 2011 der Zieglerschen mit vielen neuen Elementen

14.06.2012 | von Christof Schrade
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Jeder Euro, den der Kreis Ravensburg an die Zieglerschen überweist, fließt zehnfach in den Landkreis zurück. Grafik: Die Zieglerschen

Was bringt ein gut gehendes mittelständisches Unternehmen mit 3.000 Arbeitsplätzen dem Landkreis, in dem es seinen Stammsitz hat? Scheinbar eine einfache Frage: Gewerbesteuer, Arbeitsplätze, Wohlstand. Ist doch klar. Wenn das aber ein Sozialunternehmen ist wie die Zieglerschen? Die Gewerbesteuer fällt weg. Aber sonst? Noch immer ist die politische Diskussion darüber nicht beendet. Große Sozialunternehmen kosten den Stammlandkreis ungeheuer viel Geld, weil sie Hilfsbedürftige von überall anziehen, so wird immer wieder suggeriert. Da kommt der druckfrische Jahresbericht 2011 der Zieglerschen gerade recht. Denn da wird vorgerechnet: das Zehnfache dessen, was der Landkreis Ravensburg an die Zieglerschen jedes Jahr überweist, fließt wieder in den Landkreis zurück.
Jetzt ganz neu: Sie können den Jahresbericht hier am Bildschirm durchblättern, Sie können ihn hier als pdf-Datei lesen und herunterladen, und Sie können ihn hier als gedrucktes Exemplar bestellen.

  
Bilderstrecke: Zahlungen des Landkreises Ravensburg an die Zieglerschen und Rückflüsse in den Landkreis (2 Bilder).

Und so geht es in jedem Landkreis, in dem die Zieglerschen oder andere große Sozialunternehmen präsent sind. Soziale Träger als Wohlstandsfaktoren? Diese Sichtweise ist unter Experten längst verbreitet, hat in der politischen Öffentlichkeit aber immer noch wenig Chancen. Denn auf allen politischen Ebenen, ob im Gemeinderat, im Kreistag, in Landesparlamenten und im Bund wird gerne und ausführlich über die ausufernden Sozial- und Gesundheits-Etats gejammert. Im Jahresbericht der Zieglerschen stehen stattdessen Zahlen, Daten und Fakten. Für Leistungen der Zieglerschen für Bewohnerinnen und Bewohner des Landkreises Ravensburg hat der Landkreis den Zieglerschen 7,08 Millionen Euro bezahlt. Diesen Leistungen stehen aber Rückflüsse in Höhe von 68,5 Millionen Euro aus den Zieglerschen in den Landkreis gegenüber. (siehe Grafik). Ein Großteil dieser Beträge wurde aus den Belegungen aus anderen Landkreisen und Bundesländern finanziert.

Einige Angebote der Zieglerschen richten sich vorwiegend an Bewohnerinnen und Bewohner des eigenen Landkreises: die Seniorenzentren in Aitrach, Bad Waldsee und Wilhelmsdorf, die Hör-Sprachzentren Altshausen und Wilhelmsdorf, das Sprachheilzentrum Ravensburg und die Sprachheilschule Arnach. Dem gegenüber wird die Männer-Entwöhnungsklinik Ringgenhof in Wilhelmsdorf stark überregional belegt und belastet den Etat des Landkreises überhaupt nicht. Die Behindertenhilfe der Zieglerschen hat sich insbesondere darauf konzentriert, Menschen, die sowohl unter einer Hör-Sprachbehinderung wie auch einer geistigen Behinderung leiden, zu begleiten. Wegen dieser Spezialisierung werden die Einrichtungen der Behindertenhilfe, insbesondere in Wilhelmsdorf und in der Haslachmühle in Horgenzell auch überregional nachgefragt. Diese überregionalen Belegungen belasten den Landkreis Ravensburg ebenfalls nahezu gar nicht.

Rein wirtschaftlich kann somit festgestellt werden: Die Arbeit der Zieglerschen bringt wesentlich mehr Geld in den Landkreis, als sie den Landkreis kostet. Sie ist somit ein erheblicher Wirtschaftsfaktor, dessen ökonomischer Gewinn für den Landkreis höher ist als die Belastung. Den menschlichen und sozialen Gewinn ihrer Arbeit streichen die Zieglerschen in ihrem Jahresbericht durch vielfältige Berichte konkreter Personen hervor.