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Informationen über die Schließung von Siloah

30.04.2013 | von Christof Schrade

Das Evangelische Kinder- und Jugenddorf Siloah in Isny im Allgäu schließt nach mehr als 100 Jahren endgültig seine Pforten. Die Schule für Erziehungshilfe sowie zwei der drei Wohngruppen, die derzeit existieren, werden zum Schuljahresende im Sommer geschlossen. Ein Teil der 24 Kinder und Jugendlichen muss in Zusammenarbeit mit den belegenden Jugendämtern auf andere Einrichtungen verteilt werden. Der andere Teil besteht aus Kindern und Jugendlichen, die mit Erreichen des Schulabschlusses zum Schuljahresende entlassen oder in der letzten verbleibenden Wohngruppe im Stadtzentrum in Isny weiter betreut werden. Es ist geplant, diese Wohngruppe bis zum Sommer 2014 weiter zu führen, um dort untergebrachten Kindern und Jugendlichen den Einstieg in Ausbildung und Beruf oder weiteren Schulbesuch an öffentlichen Schulen für ein weiteres Jahr zu ermöglichen.

Derzeit sind noch 32 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Wohngruppen, der Schule und der Verwaltung beschäftigt. Ihnen soll wenn möglich ein anderer Arbeitsplatz in den Zieglerschen angeboten werden. Betriebsbedingte Kündigungen sollen vermieden werden, können aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Über die Weiterverwendung der Gebäude und des Geländes des Kinderdorfs verhandeln die Zieglerschen derzeit. Die Zieglerschen wollen auch künftig in Isny in der Jugendhilfe aktiv bleiben, allerdings nicht auf dem Gelände des Ev. Kinderdorfes. Mehrere Plätze für Betreutes Jugendwohnen sollen in der Stadt entstehen.
Ausschlaggebend für die jetzige Entscheidung war die Tatsache, dass es nicht gelungen ist, die seit den Sommerferien 2012 vakante Schulleiterstelle an der Schule für Erziehungshilfe neu zu besetzen. Auch andere Schlüsselstellen konnten in der letzten Zeit nur schwer besetzt werden oder erlebten einen zu raschen Wechsel.
Der Vorstandsvorsitzende der Zieglerschen, Prof. Dr. Harald Rau, sieht mehrere Gründe für das Scheitern der Übernahme. „Wir haben die Aufgabe, die sich uns nach der Übernahme von Siloah im November 2009 stellte, insgesamt unterschätzt. Die Kultur von Siloah, die wir dort antrafen, hatte Stärken, aber auch Schwächen. Die Stärke war das hohe Engagement der Mitarbeitenden, die Fachlichkeit hingegen musste weiterentwickelt werden. Wir haben darauf reagiert und Konzepte entwickelt, aber das hat nicht ausgereicht". Um Raum für fachliche und kulturelle Weiterentwicklung zu schaffen, sei die Belegung bewusst niedrig gehalten worden. Dadurch sei aber der Betrieb bei weitem nicht mehr kostendeckend gewesen.