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Junge Menschen für einen sozialen Beruf begeistern

12.09.2013 | von Harald Dubyk
Freiwillige in den Zieglerschen
Freiwillige in den Zieglerschen: „In der Regel bleibt etwa ein Viertel der Freiwilligen bei uns hängen und beginnt auch hier eine Ausbildung", sagt Kathrin Wetzel, die bei den Zieglerschen für das Bewerbungsverfahren zuständig ist.

71 Freiwillige haben im September ihren Dienst in den Zieglerschen mit Sitz in Wilhelmsdorf. begonnen. Junge Menschen, die als so genannte Bufdis oder im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres, kurz FSJ, eine Tätigkeit im sozialen Bereich als möglichen Beruf für sich testen möchten. Für das Sozialunternehmen sind diese jungen Menschen besonders wertvoll - rund ein Viertel bleibt in der Regel im Anschluss bei den Zieglerschen und beginnt dort eine Ausbildung.

Gespannt sitzen die jungen Leute im Kreis. Es sind ihre ersten Tage bei den Zieglerschen, für die meisten der erste Kontakt mit der Berufswelt. Sie kommen aus Oberschwaben und dem übrigen Baden-Württemberg, einige aus anderen Bundesländern, ein Freiwilliger aus Österreich und zwei von ihnen sogar von noch weiter her. Die 22-jährige Thi Nhu Ngoc Nguyen hat in ihrer Heimat Vietnam Deutsch und Tourismus studiert, Daria Kondrateva, 23, machte an der Baschkirischen Staatlichen Universität im russischen Ufa ihren Abschluss in Deutsch. Beide wollen den sozialen Bereich in Deutschland kennenlernen und ihre Sprachkenntnis weiter vertiefen.

71 junge Menschen haben ihren Bundesfreiwilligendienst, kurz Bufdi, oder ein Freiwilliges Soziales Jahr begonnen, davon zwei ein Freiwilliges Ökologisches Jahr in der Suchthilfe beziehungsweise in der Behindertenhilfe der Zieglerschen. „Wir sind mit der Auswahl und der Anzahl der Freiweilligen, auch im Vergleich zum letzten Jahr, sehr zufrieden", sagen Ines Römpp und Kathrin Wetzel, die bei den Zieglerschen die Freiwilligendienste koordinieren. Dennoch bleibe das Werben um diese jungen Menschen eine stete Herausforderung. Im Zuge des allgemeinen Fachkräftemangels, der auch den sozialen Sektor voll treffe, müssten sich die sozialen Unternehmen immer mehr anstrengen, attraktiv für Schulabgänger zu bleiben. Dass sich diese Mühen lohnen, weiß Kathrin Wetzel: „In der Regel bleibt etwa ein Viertel der Freiwilligen bei uns hängen und beginnt auch hier eine Ausbildung."

Die Freiweilligen werden hauptsächlich in der Betreuung von Menschen mit Behinderung und alten Menschen eingesetzt. Hier können sie sich austesten. Begleitet werden sie dabei von erfahrenen Mitarbeitern. Neben ihrer Mitarbeit in den Einsatzstellen werden die jungen Menschen auf überregionale Lehrgänge geschickt, wo sie noch weitere interessante Dinge für eine Tätigkeit im Sozialen kennenlernen. Die Zieglerschen bieten zudem eine zweitägige Informationsveranstaltung an, einen Fachtag Sucht in der Fachklinik Ringgenhof in Wilhelmsdorf sowie einen Gebärdenkurs, der vor allem für die Arbeit mit behinderten Menschen an den Standorten Wilhelmsdorf und Haslachmühle wichtig ist.

Marc Strobel startet seinen Bundesfreiwilligendienst in der Fachklinik Höchsten in Bad Saulgau. Der 19-Jährige ist dort im Fahrdienst eingesetzt und wird dabei auch in Kontakt mit suchtkranken Frauen kommen, die in der Fachklinik eine mehrwöchige medizinische Rehabilitation durchlaufen. Der junge Mann wird den Zieglerschen am Ende seiner Dienstzeit Stand heute allerdings nicht erhalten bleiben: „Ich werde was studieren, aber nichts Soziales." Der 19-jährige Pascal Iberl dagegen hat sich bereits festgelegt. Nach seinem Freiwilligen Ökologischen Jahr in der Landwirtschaft der Fachklinik Ringgenhof möchte er ein Studium der Sozialarbeit aufnehmen.
Noch gibt es freie Einsatzstellen in den Zieglerschen, vor allem in den Wohngruppen der Behindertenhilfe, aber auch in der Altenhilfe, und dort vor allem in den Pflegeeinrichtungen im Großraum Stuttgart.

„Kurzentschlossene können sich gerne bei uns melden", sagen Ines Römpp und Kathrin Wetzel. Aufmerksam auf einen Freiwilligendienst in den Zieglerschen würden die jungen Menschen vor allem über Freunde, Bekannte und die Familie, andere über die Werbung an Schulen und auf Messen sowie über das Internet.

Info: Kurzentschlossene erhalten bei Kathrin Wetzel, Telefon 07503/929458, E-Mail: wetzel.kathrin@zieglersche.de, weitere Informationen zum Bewerbungsverfahren.