Titelbild


Einführungstage für neue Mitarbeitende 2015

12.11.2015 | von Stefan Fetscher
Einführuntstage_gr
Etwa 70 neue Mitarbeitende der Zieglerschen waren bei den Einführungstagen mit dabei. (Foto: Stefan Fetscher)

„Herzlich willkommen - Sie haben sich einen interessanten Arbeitgeber herausgesucht“, begrüßten Pfarrer Heiko Bräuning, Referent für Theologie und Seelsorge und Eva Huchler, Referentin des Vorstandsvorsitzenden, die rund 70 neuen Mitarbeitenden der Zieglerschen.

Mit einer gemeinsamen Andacht unter musikalischer Begleitung von Michael Schlierf wurden die Einzuführenden auch durch die beiden Vorstände Prof. Dr. Harald Rau und Rolf Baumann im Bürgersaal der Gemeinde Wilhelmsdorf begrüßt.

Eine kurze Einführung in die Geschichte der Wilhelmsdorfer Diakonie erfolgte vom ehemaligen Mitarbeiter und Hobbyhistoriker Wilfried Arnold: „Damit ihr immer, wenn ihr zu den Wurzeln eurer Einrichtung gefragt werdet, Auskunft geben könnt.“. Die Einführungstage dauerten insgesamt zwei Tage und umfassten neben dem Kennenlernen aller wesentlichen Geschäftsbereiche auch Führungen. Insbesondere am Donnerstag hatten die neuen Mitarbeitenden die Möglichkeit am Segnungsgottesdienst in der Kapelle am Ringgenhof teilzunehmen bzw. sich persönlich für den Dienst in der Diakonie einsegnen zu lassen.

Unter dem Motto: „Fördern, Beraten, Begleiten“, stellte Heike Ambrus, Leiterin der Primarstufe des Schulkindergartens Althausen, gemeinsam mit drei Schülern den Geschäftsbereich Hör-Sprachzentrum vor. „Wir versuchen, unseren Jugendlichen viel Selbstbewusstsein zu geben“, resümierte Ambrus und kam dabei auch auf spielerische Sprachübungen, oder die zahlreichen erlebnispädagogischen Angebote für Menschen mit komplexen Sprachverzögerungen zu sprechen.

Vertiefte Einblicke in die praktische Soziale Arbeit vermittelte der Besuch in der Fachklinik Ringgenhof der Zieglerschen. Neben einer von Patienten initiierten Führung auf dem Gelände, erläuterte Thomas Greitzke, Therapeutischer Leiter, das Geschäftsfeld und den Handlungsauftrag der Suchtkrankenhilfe genauer: „Alkoholabhängigkeit stellt eine tiefgreifende und chronische Erkrankung dar – insbesondere Mehrfachabhängigkeiten nehmen spürbar zu“. So biete die Suchthilfetherapie der Zieglerschen neben der Möglichkeit zu Angehörigengesprächen auch die Möglichkeit, sich mit der persönlichen Vergangenheit, eigenen Zielen und christlichen Werten auseinanderzusetzen.

„Die Politik möchte, dass Komplexträger abgebaut werden“, führte Jürgen Schübel, Referent für Strategie und Entwicklung, in die Herausforderungen des Geschäftsfeldes Behindertenhilfe ein. Schwerpunkt war hier die Arbeit am Standort Haslachmühle. „Wir müssen schauen, dass wir den verschiedenen Bedarfen gerecht werden – das ist im Moment unsere größte Aufgabe“, führte Schübel weiter aus. Neben der „Mammutaufgabe“ Plätze zu dezentralisieren, erläuterte er insbesondere das Konzept der differenzierten Wohnformen, die vielfältigen Freizeit-, Betreuungs- und Bildungsangebote, sowie die Spezialisierung der Einrichtung im Hinblick auf „Unterstützte Kommunikation“.

„Kommen Sie einfach vor, hier darf gelacht werden!“ So lautete die Einladung von Beate Spengler, Fachlehrerin an der Heimsonderschule Haslachmühle, zum mit Gebärden und Gesten unterstützten Gottesdienst, der einer der Höhepunkte an den Einführungstagen war. Titel wie: „Wir feiern heute ein Fest“, „Herein, herein wir laden alle ein“, oder „Jeder Mensch braucht einen Freund, der mit ihm durchs Leben geht“, gaben der erfüllten Atmosphäre in der Kapelle Gestalt und luden allesamt zum Mitsingen und gemeinsamen Feiern ein. Auch war Raum für die unterschiedlichsten Wunschäußerungen der Teilnehmenden: „Ich wünsche mir ganz viel Blätter zum Zusammenrechen“ so etwa der Wunsch eines fleißigen Schülers. Spengler gab allen Anwesenden mit auf den Weg: „So wie wir sind, sind wir geliebt.“

„Zufrieden alt werden – geht das überhaupt?“, diese Frage stellten Karl Ernst Kreutter, Fortbildungsreferent, und die 83-jährige Pflegeheimbewohnerin Bergmann aus dem Geschäftsbereich Altenhilfe den Anwesenden. „Jenseits der Glanzbrochüre ist die Altenhilfe eine harte Arbeit“, so Kreutter. Um den Handlungsauftrag gerecht zu werden, brauche es daher in besonderer Weise positiv eingestellte Mitarbeitende, die neben Fürsorglichkeit für die Bewohner nach Dienstschluss „auch an sich denken“. So gab Bergmann allen neuen Mitarbeitenden, insbesondere in Pflege- und Betreuung, den sehnlichen Wunsch mit auf den Weg, „dass sie neben ihrer Arbeit auch Zeit für sich haben“.

„Wir arbeiten in der Jugendhilfe mit vielen Abkürzungen“, begann Sonja Friedel, Assistentin der Geschäftsbereichsleitung, ihre Einführung in die Arbeit des „kleinen aber feinen“ Geschäftsfeldes der Zieglerschen. Neben dem bekannteren ADHS galt es den Anwesenden wichtige Begriffe des Handlungsfeldes wie SRJA, BJW, ZAK oder JWG näher zu erläutern. Hintergründe für die Jugendhilfe-Maßnahmen und besonderen Schulformen seien vielschichtig: Scheidung, Gewalt-und Missbrauchserfahrungen, Aufmerksamkeitsstörungen. „Auch die Streetwork-Arbeit auf dem Ravensburger Rutenfest nimmt im Rahmen der ambulanten Arbeit eine immer größere Rolle ein.“, so Friedel.

Die Einführungstage endeten mit der kurzen Vorstellung der Mitarbeitervertretung und deren Aufgaben durch den Vorsitzenden Klaus-Werner Bühner sowie einer gemeinsamen Abschlussrunde unter reichlich Applaus für die gute Organisation und die vielen tollen Erfahrungen für die neuen Mitarbeitenden.