Titelbild


Besucher nehmen Vesperkirche gut an

11.02.2014 | von Harald Dubyk

Die Ravensburger Vesperkirche ist in ihrer dritten Woche angelangt. Noch bis 16. Februar haben die Pforten der evangelischen Stadtkirche geöffnet. Die Organisatoren Harald Dubyk, Gerd Gunßer und Friedemann Manz ziehen ein positives Zwischenfazit. Allein in den ersten beiden Wochen kamen über 7500 Gäste in die Vesperkirche.

Der Andrang auf die Ravensburger Vesperkirche ist riesengroß. Allein am vergangenen Donnerstag kamen fast 800 Gäste in die Kirche. Für die ehrenamtlichen Helfer eine kleine Herausforderung. Wenn man jedoch in ihre Gesichter schaut, erkennt man weniger Stress, dafür umso größere Freude. „Das macht einfach Spaß, alle helfen zusammen", sagt einer der Helfer, der seit Tagen immer wieder hinter der Theke steht und Essen schöpft. Die positive Grundstimmung wirkt sich auch auf die Gäste aus. Trotz Wartezeiten ist die Atmosphäre nahezu ausgelassen, Beschwerden gibt es nur wenige. „Man kann die Bedeutung unserer ehrenamtlichen Helfer nicht oft genug hervorheben", lobt Gerd Gunßer vom Diakonischen Werk Ravensburg. Über 320 sind während der drei Wochen im Einsatz.

In ihrem sechsten Jahr kann sich die Ravensburger Vesperkirche sehen lassen. 26 Vesperkirchen gibt es in Baden-Württemberg. Mit täglich über 600 Gästen haben die Ravensburger mit der größten im Land, der Stuttgarter Vesperkirche in der Leonhardskirche, aufgeschlossen. Seit 1995 wird dort an sieben Wochen Essen an Bedürftige ausgegeben, in Ravensburg seit 2009 an knapp drei Wochen.

Die Ravensburger Vesperkirche ist offen für alle. Das ist ihre Besonderheit. Während der größte Teil der Gäste materiell wie seelisch Bedürftige sind, kommen auch viele Berufstätige, die ihre Mittagspause in der Stadtkirche verbringen. Sie zahlen in der Regel mehr als die 1.50 Euro pro Essen und finanzieren so die Vesperkirche als reines Spendenprojekt wesentlich mit. Wertvoll sind auch die Begegnungen zwischen den Menschen unterschiedlicher Herkunft an den Tischen. „Normalerweise würde dieser Austausch so kaum zu Stande kommen", sagt Harald Dubyk von den Zieglerschen, „in der Vesperkirche aber ist das immer wieder möglich." Und so wird das Thema Armut im wohlhabenden Oberschwaben für viele greifbar, ja fast erlebbar.

Eine wesentliche Säule in der Finanzierung der Vesperkirche ist das begleitende Kulturprogramm. Acht Veranstaltungen wurden und werden während dieser drei Woche in der Stadtkirche angeboten. „Uns war vor allem die Vielseitigkeit des Kulturprogramms wichtig. Und dass wir allen Menschen, die zu uns kommen, Kultur von solcher Qualität anbieten können", sagt Friedmann Manz von Diakonischen Werk Ravensburg. Die Eintritte sind frei, um Spenden für die Vesperkirche wird gebeten. Zu den ersten sechs Veranstaltungen kamen insgesamt über 1800 Besucher, allein zum Auftritt des Gospelchors Unitiy am vergangenen Sonntag kamen 600 Menschen in die Kirche.

Die Finanzierung der Vesperkirche durch Spenden ist zum jetzigen Zeitpunkt fast gesichert. Durch den großen Zuspruch müssten zwar mehr Essensportionen beim KBZO in Weingarten bestellt werden wie im vergangenen Jahr, aber dank der großen Spendenbereitschaft aus der Bevölkerung und vieler regionaler Firmen und Institutionen sei dies gut möglich.

Heute, Dienstag, gastiert der Kabarettist Uli Boettcher mit seinem extra für die Vesperkirche konzipierten Programm „Best of Boettcher aus 27 Jahren!". Beginn ist um 19 Uhr. Am Mittwoch, 12. Februar, sind ab 13.45 Uhr Spieler der Ravensburg Towerstars zu Gast in der Vesperkirche und laden zur Autogrammstunde. Am kommenden Samstag, 15. Februar, schließt mit einer Kinonacht - es wird der Film „Ziemlich beste Freunde" gezeigt - das Kulturprogramm der Vesperkirche. Beginn ist um 20 Uhr.