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Wilhelmsdorfer Künstler bundesweit preisgekrönt

13.05.2013 | von Katharina Stohr
Bundeskunstpreis 2013_gr
Mit dem Bundes-Kunstpreis in der Tasche ist gut lachen: Die Preisträger in der ersten Reihe v.l. Manfred Biber, Heide Rumm, Karl Gindele (1. Preis), Günter Tomschi, Scarlett Richter; zweite Reihe v.l. Silke Leopold, Leiterin der Malwerkstatt, Sven Lange, Fachlicher Geschäftsführer der Behindertenhilfe (Foto: Katharina Stohr)

Karl Gindele sichert sich 1. Platz beim 19. Bundes-Kunstpreis für Menschen mit einer Behinderung.

Fünf Wilhelmsdorfer Künstler aus der Malwerkstatt der Zieglerschen Behindertenhilfe haben beim 19. Bundes-Kunstpreis für Menschen mit einer Behinderung erfolgreich mitgemischt.

Den bundesweit 1. Platz und Hauptpreis konnte sich der bereits vielfach prämierte Karl Gindele mit seinem Bild „Fahrend“ unter den 256 Teilnehmern mit einer geistigen, körperlichen oder psychischen Behinderung sichern. Vier weitere Künstlerinnen und Künstler der Malwerkstatt haben jeweils einen der 22 gleichwertigen Preise erhalten. Unter der Schirmherrschaft von Bundesministerin Ursula von der Leyen durften die Prämierten im Milchwerk Radolfzell jubelnd ihre Preise entgegen nehmen.

Als „Kreativität pur“ bezeichnete die ausschreibende Stadt Radolfzell die gesamt eingereichten Werke. „Fröhlich-bunte Motive und Bildergeschichten, phantasievolle Tiere, grafische Darstellungen, Collagen, ein Gobelin, Drucke, Skulpturen und vieles mehr“ habe die Juroren viel Zeit für die schwere Wahl nehmen lassen.

Ein gutes Händchen bei der Auslese der abgegebenen Kunstwerke zeigte Silke Leopold, Leiterin der Malwerkstatt Zieglerschen Behindertenhilfe. „Ich wähle gerne Bilder aus, die bei zufälligen Betrachtern hier vor Ort im Atelier eine Bemerkung auslösen oder neugierige Rückfragen veranlassen.“ Dass diese Rechnung aufging, bestätigen die Erfolge beim Bundes-Kunstpreis und die schon mehrfachen Preisverleihungen für die Künstler in den vergangenen Jahren. „Ich gratuliere allen Preisträgern und Frau Leopold - das ist eine tolle Leistung unserer Malwerkstatt“, lobte Sven Lange, Fachlicher Geschäftsführer der Behindertenhilfe.

Auch der gehörlose und geistig behinderte Karl Gindele ist mit seinen 71 Jahren sowohl ausstellungs- als auch preiserfahren. Auf seinem frisch prämierten Werk sind abstrakte Linien, dazwischen angedeutete Elemente wie Busse, Räder und Sitzplätze in Tusche und Blei zu sehen. In den zurückliegenden Jahren haben zahlreiche Kunst-Liebhaber seine Ausdrucksart entdeckt und Werke von ihm erworben. Als erfahrener Künstler steht für ihn bei solchen Würdigungen wie der im Milchwerk in Radolfzell dann auch immer fest: heute nur in Anzug, Hemd und Schlips.

Die Stadt Radolfzell und die Carl-Müller-Mettnau-Stiftung schreiben den Bundes-Kunstpreis alle zwei Jahre aus. Teilnehmer müssen zu 80 Prozent schwerbehindert und mindestens 16 Jahre alt sein. Alle Exponate sind bei freiem Eintritt bis zum 23. Juni in der Städtischen Galerie Villa Bosch, Scheffelstraße 8, Radolfzell zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen 14:00 bis 17: 30 Uhr, donnerstags bis 19 Uhr.