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Neues Angebot der Behindertenhilfe in Aulendorf

23.01.2013 | von Christof Schrade

Die Behindertenhilfe der Zieglerschen erweitert ihr Angebot am Standort Aulendorf. Nachdem bisher schon ein Wohngebäude mit Förder- und Betreuungsbereich geplant war, soll nun auch eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung entstehen. Da die Behindertenhilfe dafür bereits ein Gebäude im Auge hat, könnten bereits im Herbst dieses Jahres 56 Menschen mit Behinderung die Arbeit aufnehmen.

Erst vor wenigen Wochen hat die Behindertenhilfe der Zieglerschen unter großem Interesse der Bevölkerung in Bad Saulgau ein Wohnangebot für 18 Menschen und ein Büro ihrer Ambulanten Dienste feierlich eingeweiht. Aulendorf soll der nächste „dezentrale" Standort werden. Konsequent setzen die Zieglerschen damit ihre Strategie um, kleine, wohnortnahe Angebote für ihre Klientel zu schaffen.

Wie Christoph Arnegger, Kaufmännischer Geschäftsführer der Behindertenhilfe der Zieglerschen erläutert, ist eine Werkstatt für Behinderte nach wie vor ein wichtiges Angebot. Viele der Menschen, die die Dienste der Behindertenhilfe in Anspruch nehmen, haben nicht nur eine geistige Behinderung, sondern auch zusätzlich eine Hör- und Sprachbehinderung. Weil nicht für jeden ein Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt drin ist, wollen die Zieglerschen nicht nur Wohnen in Aulendorf anbieten. „Wir haben schon bisher sehr attraktive Arbeitsplätze in der Metallbearbeitung und Elektromontage, wo wir für sehr anspruchsvolle Kunden aus der Region nach höchsten Qualitätsanforderungen arbeiten", so Arnegger. Die Planungen seien schon sehr weit gediehen - eine Werkstatt mit 56 Arbeitsplätzen soll entstehen. Die neue Werkstatt möchte gerne vor Ort und in der unmittelbaren Nachbarschaft weitere Partner gewinnen: „Wir haben unsere neue Werkstatt so geplant, dass wir zusätzliche Aufträge von regionalen Handwerks- und Industrieunternehmen jederzeit annehmen können", betont Arnegger.

Unterdessen laufen die Planungen für das Wohnangebot mit Förder- und Betreuungsbereich unvermindert weiter. Im vergangenen Jahr hat die Behindertenhilfe ein Grundstück in der Ebisweiler Straße erworben. Nun warten die Verantwortlichen noch auf einen Förderbescheid über Landeszuschüsse. „Vorher dürfen wir mit dem Bau nicht beginnen", sagt Christoph Arnegger. Wir gehen jedoch davon aus, dass wir diesen im Juli erhalten, dann könnten wir nach der Sommerpause mit dem Spatenstich beginnen". Dass die Behindertenhilfe sich so intensiv am Standort Aulendorf engagiert, liegt auch, wie Arnegger betont, „an der lebhaften und nicht nachlassenden Unterstützung, die wir von Bürgermeister Matthias Burth und dem ganzen Stadtrat von Anfang an bekommen haben. Wir spüren deutlich, wie willkommen wir mit unseren Angeboten in Aulendorf sind."

Infokasten:
In der Behindertenhilfe der Zieglerschen arbeiten an mehreren Standorten in Oberschwaben 800 Menschen. Sie betreuen rund 700 Menschen mit geistiger Behinderung und zusätzlicher Hör-Sprachbehinderung - vom Kindergarten- bis zum Greisenalter. In Aulendorf wird ein Wohnangebot für 18 Menschen mit Behinderung realisiert. Im dazu gehörenden Förder- und Betreuungsbereich finden diejenigen eine sinnvolle Beschäftigung, für die die Arbeit in einer Werkstatt für Behinderte zu anspruchsvoll ist. Insgesamt investieren die Zieglerschen in den kommenden Jahren in Aulendorf ca. 4 Millionen Euro.