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Dabeisein ist alles- SO-National Games in München

21.05.2012 | von apm
National Games Helge Afflerbach
„Für unsere Leute ist das ein gigantisches Erlebnis“, sagt Helge Afflerbach Der 47-jährige Diplomsportlehrer ist seit 1996 bei der Behindertenhilfe der Zieglerschen tätig.

Wenn heute in der Olympia-Halle in München die nationalen Wettbewerbe von „Special Olympics" eröffnet werden, dann sind unter den 5000 Sportlern auch  Sportler   von der Haslachmühle und  aus Wilhelmsdorf.

Mit Betreuern sind es 64 Leute, die sich auf die Wettkämpfe und die Begegnungen freuen.  Special Olympics ist die weltweit größte, vom IOC offiziell anerkannte, Sportbewegung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. „Für unsere Leute ist das ein gigantisches Erlebnis", sagt Helge Afflerbach  Der 47-jährige Diplomsportlehrer ist seit 1996 bei der Behindertenhilfe der Zieglerschen tätig. Und wenn man genau hinschaut, dann sieht man beim Stichwort „München 2012" in seinen Augen ein Leuchten, das deutlich macht: Solche Events muss man Menschen mit Behinderung ermöglichen - und ganz besonders denen, die in ihren intellektuellen Fähigkeiten vielleicht eingeschränkt sind.
Gegründet wurden diese speziellen Olympischen Spiele im Jahr 1968 in den USA durch Eunice Kennedy-Shriver, der Schwester von John F. Kennedy. Die Idee war, Menschen mit geistiger Behinderung eine Teilhabe an Sportaktivitäten und -veranstaltungen zu ermöglichen. Und offensichtlich hat sich die Idee bewährt und die Erkenntnis, dass man mit Sport viel erreichen kann, ist mittlerweile vielerorts Allgemeingut. Als 1998 die ersten nationalen Wettbewerbe in Stuttgart stattgefunden haben, da waren die Zieglerschen schon mit 30 Teilnehmern dabei. Und seitdem gab es nie einen Wettbewerb, bei dem keine Sportler der Wilhelmsdorfer Sportkooperation TSG Wilhelmsdorf/Behindertenhilfe der Zieglerschen kräftig mitgemischt hätten.
Auch in München geht es wieder um Medaillen - es geht aber ganz besonders um das Dabeisein. „Auch wer keine Medaille bekommt, der fragt auf der Rückfahrt schon, wann und wo  die nächsten Spiele sind und was sie kosten", sagt Afflerbach. Und damit wird auch schnell klar, warum man nicht mit 100 Sportlern zum Wettbewerb fährt: Die Teilnahme an den Special Olympics, bei denen heutzutage weltweit 3,1 Millionen Athleten in 175 Ländern dabei sind, muss auch finanziert werden. „Ohne die Unterstützung durch Sponsoren- allen voran die TSG Wilhelmsdorf- ginge das nicht", macht Afflerbach  deutlich. Aber das gute Miteinander (von den 1200 TSG-Mitgliedern haben 200 eine Behinderung), die jahrelange Aufbauarbeit und auch das, was die Sportler „unified" nennen, ermöglichen solche Wettbewerbe. „Unified" bedeutet, dass Menschen  mit und ohne Behinderung zusammen Sport machen.  In Wilhelmsdorf ist das längst nichts Besonderes mehr und vielleicht gelingt es auch deshalb leichter, Betreuer zu gewinnen. Auf vier Menschen mit Behinderung kommt rein rechnerisch ein Betreuer. In der Realität sieht es dann etwas anders aus. Denn auch für die Athleten, die nicht an den Schwimm- oder Tischtenniswettbewerben (wie ihre „Kollegen" von den Zieglerschen) teilnehmen können, gibt es bei Special Olympics wettbewerbsfreie Angebote. „Und es gibt vor allem ganz viel Spaß und Kameradschaft", ist  Afflerbach  überzeugt - und vielleicht sogar einige Ausschnitte im Bayerischen Fernsehen. Die Sendetermine stehen allerdings noch nicht fest. Ein Blick ins Internet kann da vielleicht helfen.