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Schülerin führt Landes-Behindertenbeauftragten durch Haslachmühle

17.09.2013 | von Katharina Stohr
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v.l. Sven Lange, Fachlicher Geschäftsführer Behindertenhilfe, Ina Ströbele, Beirat der Angehörigen und Betreuer, Bernd Eisenhardt, Fachschuldirektor, Gisela Eberl, Heimbeirat, Christoph Arnegger, Kaufmännischer Geschäftsführer, Gerd Weimer, Landes-Behindertenbeauftragter, Volker Restle, Bürgermeister Horgenzell, Marlene Gegenbauer, Leiterin Eingliederungs- und Versorgungsamt, Landkreis Ravensburg, Pit Niermann, Direktor Heimsonderschule. Ganz vorne: Schülerin Saskia Hahn. (Foto: Katharina Stohr)

Das war ein aufregender Tag für die 18jährige Schülerin Saskia: Gerd Weimer (SPD) besuchte in seiner Funktion als Beauftragter der Landesregierung für die Belange behinderter Menschen die Haslachmühle.

Und Saskia, die weder sprechen noch hören kann und geistig behindert ist, durfte ihn durch die Heimsonderschule der Zieglerschen Behindertenhilfe führen. Möglich war diese Führer-Rolle für Saskia nur, weil die Haslachmühle speziell auf die sogenannte Unterstützte Kommunikation bei ihren Schülern ausgerichtet ist. Dadurch konnte die Schülerin im Laufe der Jahre lernen, trotz ihrer Behinderung auf ihre Art und Weise mit anderen Menschen zu kommunizieren. So nahm Saskia eigens für diesen Tag erstellte Symbolkarten mit Text, Bildern und Gebärdenfotos als Hilfsmittel in die Hand, um sich mit Gerd Weimer und weiteren Besuchern zu verständigen. Stolz zeigte sie damit, wo es in der Haslachmühle lang geht. Gerd Weimer war angesichts dieses besonders gestalteten Umfelds für Menschen mit Hör-Sprach- und zusätzlicher geistiger Behinderung sichtlich interessiert. Sowohl Saskia als auch ihre Schulkameraden und Lehrer gewährten in der Turnhalle und beim Religionsunterricht tiefere Einblicke, wie fehlende Lautsprache in der Praxis durch unterschiedliche Maßnahmen unterstützt, ergänzt oder ersetzt werden kann. Der Landes-Behindertenbeauftragte wollte dann auch wissen, wie es mit den Schülern und vor allem Saskia nach der Schule weitergehe. Fachschuldirektor Bernd Eisenhardt erklärte, dass Saskia nach der Schule voraussichtlich den Berufsbildungsbereich und eine Werkstatt besuchen werde. Rund 80 Prozent der jungen Menschen wünschen nach der Schulzeit in der Haslachmühle bleiben zu können – entweder in der Werkstatt oder im Förder- und Betreuungsbereich, so Eisenhardt. In welche Werkstatt genau der Weg für Saskia führen wird, ist noch offen. Am Besuchstag von Gerd Weimer war für sie jedenfalls eines klar: Als Ziel der Führung stand ein leckeres Mittagessen im Speisesaal auf dem Tisch.