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Qualipässe für junge Helfer bei den Special Olympics

08.05.2012 | von apm
Qualipässe für junge Helfer bei den Special Olympics
40 Qualipässe für Helfer bei Special-Olympics-Veranstaltungen und eine Auszeichnung der Heimsonderschule Haslachmühle als „Kooperationsschule Special Olympics“ sorgten für große Freude bei allen Festteilnehmern. (Foto: apm)

Ohne sie ging bei den Special Olympics (der  weltweit größten Sportbewegung für Menschen mit geistiger Behinderung und Mehrfachbehinderung) nichts: die Volonteers. Damit sind Menschen gemeint, die auf vielfältige Weise die Sportwettkämpfe unterstützen. Als Helfer, als Begleiter, als „Mädchen für alles" oder auch als jemand, der Trost spendet, wenn es mit dem erhofften Sieg nicht so geklappt hat.

Die Heimsonderschule Haslachmühle, eine Einrichtung der Zieglerschen Behindertenhilfe für Menschen mit Hör-Sprach- und zusätzlicher geistiger Behinderung, verfügt über einen stattlichen Pool solcher junger Menschen, denen jetzt mit einem kleinen Helferfest auf dem Schulgelände gedankt wurde. Die Volonteers von den Gymnasien in Wilhelmsdorf, Ravensburg und Pfullendorf bekamen zudem ihren Quali-Pass.

Dieser hält Praxiserfahrungen und Kompetenzgewinne fest, die durch ehrenamtliches Engagement in der Schule, in Vereinen, im Gemeinwesen oder in Projekten, durch Kurse, Auslandsaufenthalte, Praktika oder berufliche Weiterbildungsangebote erworben wurden. Der Qualipass wird von Jugendlichen und jungen Erwachsenen genutzt und kann für das spätere Berufsleben als Dokumentation für die erworbenen Qualifikationen eingesetzt werden.

Einige der jungen Leute haben kürzlich die 15 Sportler aus der Haslachmühle bei den Winterwettbewerben in Balderschwang unterstützt und sind ihnen eine große Hilfe gewesen. Vom Organisationsteam gab es großes Lob für den Einsatz und Athletensprecher Michael dankte in der ihm eigenen Art und mit viel Emotionen: „Ohne euch ginge es nicht". 

Die Übergabe der immerhin 40 Qualipässe übernahmen Christian Rettich vom Kultusministerium und der Landtagsabgeordnete und Obmann der Grünen im Sozialausschuss des Landtags, Manfred Lucha, der selbst auch in Balderschwang dabei gewesen ist. „Ihr seid gefahren wie die Feuerwehr", erinnerte er sich. Das ist jetzt drei Monate her und der Politiker hat „die Spiele" immer noch in guter Erinnerung. Er weiß aber auch, dass im Bereich Inklusion noch eine ganze Menge zu tun ist. Sein Wunsch: gelebte Inklusion, also die volle Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen.

Ein guter Schritt auf diesem Weg dürfte auch die Auszeichnung als „Kooperationsschule Special Olympics" sein, die Christian Rettich an Fachschuldirektor Bernd Eisenhardt übergab.  So ganz offiziell gibt es diesen Titel eigentlich noch gar nicht, wie Rettich deutlich machte, und erst drei Schulen in Baden-Württemberg können das Schreiben des Ministeriums in Händen halten. Dabei geht es um die Möglichkeit, Schüler-mentoren mit dem Schwerpunkt Behindertensport auszubilden. Ein Modell, das noch selten ist. „Es gibt viel Neues und Innovatives im Bereich Inklusion und es ist keine Frage, dass die Haslachmühle und das Gymnasium Wilhelmsdorf da schon ganz weit vorne liegen", betonte Rettich. 

Für die leckere Verpflegung sorgte am Festabend der schuleigene Catering-Service „Leckerschmecker".