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Pit Niermann: Ein großer Menschenfreund geht in den Ruhestand

29.07.2014 | von Katharina Stohr
Abschied Pit Niermann_gr
An Bernd Eisenhardt (links), den neuen Direktor der Heimsonderschule Haslachmühle, übergab der scheidende Pit Niermann (Mitte) ein großes Steuerrad. Sonja Fahrbach, neue Fachschuldirektorin, hält den Schäferstab für das Kollegium in ihrer Hand. (Foto: Katharina Stohr)

Pit Niermann, Direktor der Heimsonderschule Haslachmühle, tritt nach neunjähriger Leitung den Weg in den Ruhestand an. In zahlreichen fachlich und bundesweit verankerten Projekten hat sich der 64jährige stets den Belangen von Menschen mit Hör-Sprach- und zusätzlicher geistiger Behinderung verschrieben.

Schon in den 70erJahren richtete der damalige Hauptschullehrer Niermann seinen Focus auf beziehungsgestützte Arbeit als Grundlage seines Wirkens. In der Folge schlug er mit einem Zusatzstudium die Richtung der Sprachbehinderten- und Lernbehindertenpädagogik ein. Verschiedene Leitungsfunktionen wie etwa im Sprachheilzentrum Calw oder im Hör-Sprachzentrum Altshausen kennzeichneten seine berufliche Laufbahn, bis er 2005 die Direktorenstelle in der Spezialeinrichtung der Behindertenhilfe der Zieglerschen übernahm.In dieser Zeit hat er deren fachliches Fortkommen unermüdlich mit weiter entwickelt und ein Kollegium von etwa 100 Menschen geführt und begleitet.

Ihm ist es mit zu verdanken, dass ein fachlich aktuelles und tragfähiges Schulkonzept sowohl stationäre Angebote für behinderte Menschen bereithält als auch regional-dezentrale wie Außenkindergartengruppen und Außenklassen.

Besonderes Anliegen war für Niermann stets, behinderte Menschen mit zusätzlicher psychiatrischer Erkrankung im Blick zu haben. Die Haslachmühle genießt dank seines Wirkens überregionalen Ruf als Kompetenzzentrum für Unterstützte Kommunikation. Niermann war nicht zuletzt wegen seiner menschlichen Qualitäten bei Lehrern, Eltern und Schülern sehr beliebt. Sein Markenzeichen: Die bereits vor sieben Uhr geöffnete Bürotür, die lebendiges Miteinander und regen Austausch ermöglichte.

Zum neuen Schuljahr wird Bernd Eisenhardt, 56, die Direktorenstelle übernehmen. Mit ihm wechselt eine bewährte Führungskraft an die Spitze. Eisenhardt trat 1989 für ein Jahr als Klassenlehrer in die Heimsonderschule ein, danach wirkte er 15 Jahre lang als Stufenleiter bis er vor zehn Jahren als Fachschuldirektor zusammen mit Pit Niermann ein Führungs-Tandem bildete. Das breitgefächerte Angebot für Schüler mit Kommunikationsproblemen aufrecht zu erhalten und weiter zu entwickeln sieht er genauso als Ziel, wie ein offenes Ohr für Mitarbeiter, Eltern und Schüler zu haben.

Eisenhardts bisherigen Platz wird Sonja Fahrbach, 49, einnehmen. Fahrbach arbeitet seit 1991 im Hör-Sprachzentrum der Zieglerschen, wo sie neben ihrer Tätigkeit als Sonderschullehrerin auch die Beratungs- und Frühförderstelle des Hör-Sprachzentrums leitet.