Titelbild


Neuer Standort Aulendorf eröffnet

09.12.2015 | von Stefan Fetscher

Verfolgten aufmerksam den Festakt zur Eröffnung (vorne v.l.n.r.): Olaf Sigmund, Betriebsleiter NEULAND-Werkstätten der Zieglerschen, Kornelia und Andreas Lämmle, Geschäftsführer der Hügler GmbH, Uwe Fischer, Geschäftsführer in der Behindertenhilfe der Zieglerschen, Diana E. Raedler, Dezernentin für Arbeit und Soziales des Landkreises Ravensburg, Michael Heck vom Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS), Rolf Baumann, kaufmännischer Vorstand der Zieglerschen und Rolf Engler, Stadtrat in Ravensburg / Foto: Sarah Benkißer

Mit einem Festakt und einem Tag der offenen Tür wurden die neuen Wohn-, Freizeit- und Beschäftigungsangebote der Zieglerschen für Menschen mit Behinderungen in Aulendorf eröffnet. Das Interesse der Aulendorfer bei den „Offenen Türen“ zwischen Wohnen und Werkstatt war groß.

„Um Gottes Segen bitten wir für die Mitarbeiter, die die Menschen hier in Aulendorf liebevoll begleiten“, sagte der evangelische Pfarrer Heiko Bräuning, der gemeinsam mit seinem katholischen Kollegen Anantham Antony die einleitende Andacht gestaltete. Knapp 100 Gäste hatten sich zum Festakt für das neue Arbeits-, Wohn- und Freizeitangebot für Menschen mit Behinderungen in Aulendorf in der NEULAND-Werkstatt eingefunden. Die Werkstatt beschäftigt seit Juli 36 Mitarbeitende mit einer Behinderung und kooperiert unter einem Dach mit der ortsansässigen Firma Hügler. Das moderne neue Wohnhaus bietet 18 Menschen eine neue Heimat. Im angegliederten Förder- und Betreuungsbereich gibt es tagesstrukturierende Beschäftigungsangebote für insgesamt 13 Personen.

„Das Projekt Aulendorf hat viele Väter und Mütter“, erklärte Rolf Baumann, kaufmännischer Vorstand der Zieglerschen, der in seinem Grußwort die Gemeinschaftsleistung der vielen Beteiligten würdigte. Um Dezentralisierung und Inklusion zu verwirklichen, bedürfe es vielfältiger Angebotsformen mit guter Versorgungsstruktur an unterschiedlichen Orten. Das durch die Aktion Mensch und das Land Baden-Württemberg mit insgesamt 1,6 Millionen Euro geförderte Projekt gelte es nun mit Leben zu füllen sowie Vernetzung und Begegnung zu schaffen.

In ihrem Grußwort machte auch Diana Raedler, Dezernentin für Arbeit und Soziales im Landkreis Ravensburg, deutlich, dass Dezentralisierung „lediglich Methode aber nicht das Ziel“ sein könne, um mehr Teilhabe zu ermöglichen. Man brauche kooperative und vielfältige Strukturen, um das Wunsch- und Wahlrecht einzelner Menschen mit Behinderungen auch landes- oder bundesweit zu realisieren: „Mit den Zieglerschen erfolgt hier ein konstruktiver fachlicher Austausch, den ich sehr schätze.“ Uwe Fischer, Geschäftsführer in der Behindertenhilfe der Zieglerschen, bestätigte, dass man nur durch Austausch mit dem Landkreis und anderen Trägern das gemeinsame Vorhaben, vielfältige Teilhabemöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen zu schaffen, weiterbringen könne.

„Nach der langen Zeit des Planens und Bauens dürfen die Zieglerschen stolz sein auf das, was sie geschaffen haben“, lobte Aulendorfs Bürgermeister Matthias Burth. Ziel der Stadt sei es nun, den neuen Bürgern in Aulendorf Verlässlichkeit und Zugehörigkeit zu bieten, ebenso die Möglichkeit selbstständig zu leben und zu arbeiten. Mit der sozial engagierten Familie Hügler hätten die Zieglerschen einen wertvollen Unterstützer für das Vorhaben gefunden. Karin Roth-Hieke, Leiterin des Wohnbereichs Aulendorf, berichtete erfreut: „Wir sind angekommen und fühlen uns hier sehr wohl.“ Ihre Vorstellung des Wohnhauses, das neben Ess-, Spiel-, und Rückzugsmöglichkeiten auch besondere Bewegungs- und Freizeitangebote vorhält, schloss sie mit den Worten: „Ich lade Sie von Herzen ein, sich alles anzuschauen.“

Über die industrielle Kooperation mit dem aulendorfer Kabelkonfektionierer Hügler berichteten Olaf Sigmund, Betriebsleiter der NEULAND-Werkstatt, und Standortleiter Johannes Assfalk viel Positives: „Inklusion kann nur mit Menschen wie denen von der Firma Hügler gelingen.“ Andreas Lämmle, Geschäftsführer der Hügler GmbH, erklärte: „Natürlich ist es zuerst soziales Engagement. Aber wir sind Unternehmer und müssen Profit machen. Wir sind uns sicher, dass sich das Angebot hier in Aulendorf bereits in 2 Jahren selbst tragen wird.“ Er sehe in der Zusammenarbeit mit den Zieglerschen eine Vorbildfunktion für weitere Unternehmen im Landkreis, so Lämmle.

Nach dem feierlichen Eröffnungsprogramm konnten die Gäste das Catering der NEULAND-Küche der Zieglerschen genießen und der musikalischen Unterhaltung durch die „Rotachtaler“ lauschen. Beim anschließenden „Tag der offenen Tür“ nutzten zahlreiche Aulendorfer die Gelegenheit, sich im Wohnhaus, dem Förder- und Betreuungsbereich sowie in der Werkstatt genauer umzuschauen.

Impressionen vom Tag der offenen Tür:

<p>Reges Interesse am Tag der offenen Tür. Zahlreiche Aulendorfer informierten sich in der NEULAND-Werkstatt auch über den Förderkreis Behindertenhilfe der Zieglerschen. / Foto: Sarah Benkißer</p> <p>Am Stand der Zieglerschen gab es viele Informationen - u.a. zu den Angeboten der Ambulanten Dienste der Behindertenhilfe. / Foto: Sarah Benkißer</p> <p>In der NEULAND-Werkstatt in Aulendorf arbeiten Mitarbeitende mit und ohne Behinderung der Zieglerschen und der Firma Hügler. / Foto: Sarah Benkißer (Die Zieglerschen)</p>
Bilderstrecke:  (9 Bilder).