Titelbild


Innovative und inklusive Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Aulendorf

17.07.2014 | von Jürgen Schübel und Annette Scherer
WfbM AD_gr
Gruppenfoto vor dem neuen Werkstattgebäude der Zieglerschen Behindertenhilfe: 1. Reihe (von links): Olaf Sigmund (Leiter der Rotach-Werkstätten), Michael Lengerer (Projektleiter Fa. Hügler), Andreas Lämmle (Geschäftsführer Fa. Hügler), Christoph Arnegger (Kaufm. Geschäftsführer Behindertenhilfe der Zieglerschen), Jürgen Schübel (Projektleiter Behindertenhilfe), oben: Kornelia Lämmle (Geschäftsführung Fa. Hügler), Siegfried Hügler (Geschäftsführer Fa. Hügler), Matthias Burth (Bürgermeister Aulendorf), Karlheinz Maucher (Vermieter). (Foto: Annette Scherer)

Ein neues Arbeitsangebot für Menschen mit Behinderungen in Aulendorf zu schaffen, welches einen nahtlosen Übergang auf den ersten Arbeitsmarkt bietet- das war von Anfang an das Ziel der Verantwortlichen in der Behindertenhilfe der Zieglerschen, einer Einrichtung für Menschen mit Hör-Sprach- und zusätzlicher geistiger Behinderung.

In der neuen Betriebsstätte der Rotach-Werkstätten werden 36 Menschen mit Behinderung in drei Arbeitsgruppen einen neuen Arbeitsplatz finden. Es werden Teile der Elektromontage, der Produktionsbereich für Backzubehör sowie der Bereich der Metallbearbeitung, in dem unter anderem hochpräzise Dreh- und Frästeile hergestellt werden, von dem Hauptstandort aus Wilhelmsdorf nach Aulendorf verlagert.

Die Aulendorfer Firma Hügler GmbH wird ebenfalls Teile ihrer Produktion in die neuen Räumlichkeiten der Rotach-Werkstätten integrieren und zusammen mit den Menschen mit Behinderungen den Arbeitsalltag auf Augenhöhe gestalten. „Mit der Firma Hügler, einem Spezialisten im Bereich der Kabelkonfektionierung, haben wir einen engagierten Unternehmer und sehr sozial eingestellten Kooperationspartner gefunden, mit dem wir unser inklusives Arbeitsangebot verwirklichen können“, freut sich Olaf Sigmund, Leiter der Rotach-Werkstätten.

„Sehr gerne unterstützen wir diese besondere Form der Zusammenarbeit und freuen uns auf eine gelingende und lebendige Kooperation“, sagt Siegfried Hügler, Geschäftsführer der Hügler GmbH. „Die Übernahme von sozialer Verantwortung ist wichtiger und unverzichtbarer Bestandteil unserer Unternehmensphilosophie“, ergänzt Andreas Lämmle, ebenfalls Geschäftsführer der Hügler GmbH. Damit Menschen mit und ohne Behinderung auch miteinander kommunizieren können, bietet die Behindertenhilfe bereits im September einen Gebärdenkurs speziell für die Mitarbeitenden der Firma Hügler an. Dies ist eine wichtige Maßnahme für eine gelingende Kooperation.

Das Angebot soll zukünftig auch für andere benachbarte Firmen und Interessenten offen stehen. Im Moment läuft noch die Detailplanung für die Umbaumaßnahmen auf der 1280 qm großen Fläche, die mit rund 850.000 EUR veranschlagt werden.

„Das besondere an diesem Projekt ist die Kooperation zwischen einer Firma und einem sozialen Träger unter dem Dach einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Wir sind das erste Investitionsvorhaben, das im Bereich Arbeit und Bildung als innovatives und inklusives Projekt im Förderausschuss vom Land Baden-Württemberg positiv beraten wurde. Der Förderausschuss sprach eine Förderempfehlung aus und sieht das zukünftige Arbeitsangebot als Vorzeigeprojekt für gelebte Inklusion. Darüber freuen wir uns sehr. Wir sind absolut begeistert von diesem neuen Projekt in Aulendorf und dessen inklusivem Ansatz“, sagt Christoph Arnegger, Kaufmännischer Geschäftsführer der Behindertenhilfe.

„Wir betreten hier komplett neues Terrain und freuen uns darauf. Menschen mit und ohne Behinderung werden in unserer innovativen und inklusiven Werkstatt neben- und miteinander ohne Barrieren zusammen arbeiten“, ergänzt Olaf Sigmund.

„Besonders dankbar sind wir Herrn Bürgermeister Burth und der Stadtverwaltung Aulendorf für die tolle Unterstützung und Begleitung unseres Projekts. Daneben ist es unserem Vermieter Karl-Heinz Maucher zu verdanken, dass wir voraussichtlich zu Beginn des neuen Jahres hier unsere neue Werkstatt eröffnen können“, erklärt Christoph Arnegger.

Geplanter Beginn des Innenausbaus sei nach der Sommerpause. Künftig bietet die Behindertenhilfe der Zieglerschen in Aulendorf ein sehr vielfältiges Unterstützungsangebot: Einen Wohn-, Förder- und Beschäftigungsbereich an der Ebisweiler Straße sowie eine Werkstatt für Menschen mit und ohne Behinderung Auf der Steige. Daneben entstehen am neuen Standort der Behindertenhilfe in Aulendorf auch neue Arbeitsplätze für Arbeitserzieher, Heilerziehungspfleger, Hilfskräfte, hauswirtschaftliches Personal, Lager-, Logistik- und Verwaltungsmitarbeiter sowie für einen Fahrdienst.

Aktuell werden noch Ehrenamtliche und Interessenten für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) gesucht, die dieses besondere Projekt unterstützen wollen (Ansprechpartner: Olaf Sigmund-, Tel.: 07503 929 631, E-Mail: Sigmund.Olaf@zieglersche.de).