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Erlöserkirchengemeinde und Behindertenhilfe der Zieglerschen bekräftigen Freundschaft

10.07.2012 | von Katharina Stohr
Lange Freundschaft verbindet:(v.l. neben Pferd) Pfarrer Harald Kuhnle, Werner Marquart - beide von der Erlöserkirchengemeinde Friedrichshafen und Diakon Christof Lotthammer, Behindertenhilfe der Zieglerschen  mit Therapiepferd Sam und Mitgliedern der Kirchengemeinde und Mitarbeitenden und Bewohnern der Behindertenhilfe der Zieglerschen.
Lange Freundschaft verbindet:(v.l. neben Pferd) Pfarrer Harald Kuhnle, Werner Marquart - beide von der Erlöserkirchengemeinde Friedrichshafen und Diakon Christof Lotthammer, Behindertenhilfe der Zieglerschen mit Therapiepferd Sam und Mitgliedern der Kirchengemeinde und Mitarbeitenden und Bewohnern der Behindertenhilfe der Zieglerschen.

Ein Fest der Vielfalt und der Freundschaft haben die Erlöserkirchengemeinde Friedrichshafen und die Behindertenhilfe der Zieglerschen am vergangenen Sonntag zusammen gefeiert. Die Behindertenhilfe der Zieglerschen ist eine Einrichtung für Menschen mit Hör-Sprach- und zusätzlicher geistiger Behinderung mit den Hauptstandorten Wilhelmsdorf und Haslachmühle. Seit über 30 Jahren sind beide Institutionen partnerschaftlich miteinander verbunden. In dieser langen Tradition sind sich stets Menschen mit und ohne Behinderung begegnet und dabei einander näher gekommen.

Wie einfach dies geht, war beim Gemeindefest im Garten hinter der Erlöserkirche zu sehen. Voll besetzte Festbänke, Musikanten, tanzende Menschen und mittendrin rund 30 Bewohner der Behindertenhilfe. „Unsere Bewohner fahren sehr gerne zu anderen Menschen und bauen Freundschaften und Beziehungen auf", sagte Christof Lotthammer, Diakon in der Behindertenhilfe. „Für sie ist es wichtig, raus zu gehen und in einer solchen Gemeinschaft Normalität zu erleben." Freudestrahlend gebärdet Renate, die nicht sprechen kann, dass ihr das Fest und das Malen mit den anderen Menschen im Untergeschoss der Kirche gut gefallen haben. Mit glucksenden Lauten berichtet sie vom vorangegangenen Gottesdienst, bei welchem ein großer Holzschnitzer zu einer kleinen Holzpuppe sagte: „Wie schön, dass es dich gibt!"

 

Pfarrer Harald Kuhnle von der Erlöserkirchengemeinde kann sich für die Zukunft gut vorstellen, mit Konfirmanden in die Haslachmühle zu fahren und dabei die Arbeit mit Menschen mit Behinderung kennen zu lernen. „Das ist diakonische Arbeit der Kirche", sagte er, „wir wollen dieses Aufgabenfeld bewusst wahrnehmen, das muss man erleben, nicht nur auf dem Papier lesen". Auch sind gemeinsam gestaltete Gottesdienste in Friedrichshafen und in der Haslachmühle geplant. „Wir sind alle Gotteskinder in ganz elementarer Form und mit unseren Unterschiedlichkeiten, mit denen wir uns ergänzen", sagte Kuhnle. „Die einen können lesen und nach Noten singen, die anderen können spontan aufspringen und ihre Freude bekunden." Dies bekräftigte Christof Lotthammer: „Jeder Mensch hat Gaben und gemeinsam kann daraus etwas sehr Buntes werden". In solch einer Vielfaltgemeinschaft könne man sich miteinander und aneinander freuen.

 

„Irgendwie hat in den vergangenen beiden Jahren etwas gefehlt", sagte Werner Marquart, Vorsitzender des Kirchengemeinderates der Erlöserkirche. Personell bedingt war der gegenseitige Austausch in diesem Zeitraum nicht möglich - mit dem diesjährigen Gemeindefest sollten die freundschaftlichen Verbindungen nun wieder neu belebt werden. „Ich finde das heutige Ergebnis optimal. Das Gemeindefest ist lebendig und für beide Seiten bereichernd", sagte Marquart. „Wenn wir im Gemeindebereich eine Wohngruppe der Haslachmühle hätten, würde uns das noch näher zusammen bringen", sagte er zu der Planung der Behindertenhilfe, in den nächsten Jahren ihre Angebote für Menschen mit Behinderungen im Bodenseekreis auszuweiten. „Durch einen engeren Kontakt könnten wir in unserer Kinder- und Jugendarbeit schon einen frühen Blick für die Gesamtheit der Menschen und für die Einzigartigkeit eines jeden Menschen vermitteln."

 

Die Erlöserkirchengemeinde hat die Behindertenhilfe in den vergangenen Jahrzehnten bei vielen Projekten finanziell unterstützt, so beispielsweise auch mit dem Therapiepferd Sam. Dieses durfte in diesem Jahr symbolisch beim Gemeindefest mitfeiern und etliche Kinder beim Pony reiten beglücken.