Titelbild


Fachtag für junge Freiwillige der Zieglerschen gewährt Einblick in Arbeit der Suchthilfe

03.06.2013 | von Katharina Stohr
FSJ-Fachtag_gr
Freiwilligendienst macht Spaß – egal ob am Arbeitsplatz in der Behindertenhilfe oder beim Fachtag „Sucht“ in der Fachklinik Ringgenhof der Suchthilfe der Zieglerschen. v.l. Lisa-Marie Zorn , Fanni Hermann, Silvia Nadler, Ramona Hahn, Ramona Rothmund (Foto: Katharina Stohr)

Im Kreis zu sitzen und miteinander zu reden zählt zum Alltag der jungen Menschen im Freiwilligendienst bei den Zieglerschen. Anders beim Fachtag „Sucht“ des Sozialunternehmens.

Drei suchterkrankte Männer erweitern die Runde und erzählen 22 jungen Freiwilligen wie das so ist – mit der Sucht.

Die meisten der jungen Zuhörer arbeiten in der Behindertenhilfe der Zieglerschen. So auch Silvia Nadler, 20, die in ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr behinderte Senioren im Wohnbereich betreut und beschäftigt. Ihre Arbeit dort sei spannend, erzählt sie. „Es gibt ganz viele verschiedene Arten von Behinderung. Jeder hat eine andere Tagesform und man muss direkt darauf eingehen.“ So erlebe sie jeden Tag etwas Neues und neue Aufregung. „Das macht Spaß und es wird nie langweilig.“ Der Fachtag vermittelt ihr einen Eindruck von der Arbeit der Fachklinik Ringgenhof der Suchthilfe der Zieglerschen, was sehr interessant sei. „Mit Suchtkranken habe ich an meiner Arbeitsstelle gar nichts zu tun“, sagt sie. „Aber Sucht ist ja etwas, das jeden von betrifft – egal ob er behindert ist oder wo er arbeitet oder was er auch immer macht in seinem Leben.“ Sie bewundert, wie offen die drei Männer mit ihrer Sucht umgehen und im Kreis darüber sprechen. „Das ist echt wichtig“, sagt sie, „damit bekommt man auch mal einen Einblick, wie man da überhaupt reinkommt in so eine Sucht und wie man auch wieder rauskommt, wie schwer das eigentlich ist und welch harten Weg das darstellt.“

Beeindruckt zeigt sich auch Fanni Hermann, 20. In ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr kümmert sie sich in einer Wohngruppe der Heimsonderschule Haslachmühle um Kinder zwischen 11 und 15 Jahren. „Ich hatte noch nie viel mit Suchtkranken zu tun und bei diesem Fachtag sieht man erst einmal, was Suchtkranke empfinden und wie schwerwiegend diese Erkrankung ist.“ Sie denkt, dass Suchtkrankheit in der Gesellschaft noch nicht genug anerkannt wird. „Daher ist es wichtig, dass man diese Menschen unterstützt.“ Wichtig sind für sie aber auch Angebote im Freiwilligendienst: „Das FJS ist bisher die beste Entscheidung die ich getroffen habe“, sagt die junge Frau. „Ich denke, dieser Einsatz bringt jedem Menschen irgend etwas, sei es im Jugendlichenalter oder im jungen Erwachsenenalter. Ich merke es auch an mir selber: Es fördert einfach die Persönlichkeit, man wird selbstsicherer, merkt was man kann und findet seine Grenzen.“