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Behindertenhilfe und Hör-Sprachzentrum der Zieglerschen kooperieren mit Diözese Rottenburg-Stuttgart

28.11.2013 | von Katharina Stohr
Büroeröffnung Charlottenstraße_gr
Freuen sich auf das gemeinsame Angebote in der Charlottenstraße 41: Beate Müller, Beratungsstelle für Hörgeschädigte des Hör-Sprachzentrums Ravensburg, Anne Bürkle, Nadine Strehle, beide Ambulante Dienste der Zieglerschen Behindertenhilfe, Diakon Karl-Josef Arnold, Seelsorge für Menschen mit Hörschädigung der Diözese Rottenburg-Stuttgart (Foto: Katharina Stohr)

Gleich drei Hilfsangebote finden behinderte und hörgeschädigte Menschen ab Dezember unter einem Dach: In der Charlottenstraße 41 in Ravensburg kooperieren die Behindertenhilfe und das Hör-Sprachzentrum der Zieglerschen gemeinsam mit der Diözese Rottenburg-Stuttgart in einer Bürogemeinschaft und unterstützen betroffene Personen auf vielfältigste Art und Weise.

„Uns ist es wichtig, Menschen mit Behinderung ein selbständiges und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen“, sagt etwa Anne Bürkle, die mit ihrer Kollegin Nadine Strehle die Ambulanten Dienste der Behindertenhilfe im neuen Büro in Ravensburg vertritt. Betroffene und deren Angehörige dürfen daher bei beiden Mitarbeiterinnen individuelle und persönliche Beratung erwarten. „Wir bieten maßgeschneiderte Assistenzleistungen an“, sagt Bürkle. „Beispielsweise vermitteln und begleiten wir behinderte Menschen in Gastfamilien und bieten Ambulant Betreutes Wohnen an“, erklärt Nadine Strehle und nennt damit nur zwei Möglichkeiten aus einer großen Angebotspalette, die bis hin zu Urlaubs- und Freizeitangeboten reicht. Als Brücke zwischen der gehörlosen und der hörenden Welt, bezeichnet Beate Müller vom Hör-Sprachzentrum die Beratungsstelle für Hörgeschädigte. „Wir halten ein spezielles Angebot für gehörlose und an Taubheit grenzend schwerhörige Erwachsene vor.“ Angesprochen seien Personen, die die bereits vorhandenen vielfältigen Beratungsangebote aufgrund der Kommunikationsschwierigkeiten nicht nutzen könnten. Deswegen berate sie in Gebärdensprache. „Die Inhalte entsprechen denen der allgemeinen Sozial- und Lebensberatung“, sagt Müller. Sie betreffen aber auch die Folgen der Gehörlosigkeit: „Mangelnde Schrift- und Sprachkompetenz der Betroffenen kann ich durch Erklärungen, durch Hilfe beim Ausfüllen oder beim Antragstellen ausgleichen.“ „Komm und sieh“, sagt Diakon Karl-Josef Arnold und lädt mit Jesu' Worten zum Angebot der Seelsorge für Menschen mit Hörschädigung der Diözese Rottenburg-Stuttgart ein. Ob Gottesdienste, Seminare, Bibeltreffs, ob Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen: „Ich bin sowohl für Themen aus dem Glauben als auch, in Zusammenarbeit mit dem Beratungsdienst, für Themen aus dem Leben da.“ Dabei sieht er sich als Ansprechpartner für Menschen, die gehörlos, ertaubt und schwerhörig sind, sowie für Cochlea-Implantierte. Aber auch alle sonstig Interessierten wie Pfarrgemeinden, Einrichtungen oder Eltern gehörloser Kinder sind ihm willkommen. „Dieses Büro ist ein guter Treffpunkt für alle Hörgeschädigten, um Dinge stressfrei zu klären. Auch Karl Josef Arnold berät in Gebärdensprache. Vorteilhaft findet er den künftigen Austausch untereinander in der Bürogemeinschaft: „Es ist wichtig, die Dinge auch von anderer Seite beleuchtet zu sehen.“ Die neue Bürogemeinschaft lädt alle Interessierten zur Einweihung des Büros am 6. Dezember 2013 um 16 Uhr ein. Alle Mitarbeitenden geben an diesem Nachmittag Auskunft rund um die Hilfsangebote und beantworten Fragen. Neben einem gemütlichen Beisammensein können auch die Räumlichkeiten besichtigt werden.