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Sie haben beides: Familie und Beruf

22.07.2014 | von Nicola Philipp
DS AUsbilder und Familienfreundlich
Familienfreundliche Touren und Ausbildung von Nachwuchskräften. Die Diakonie-Sozialstation Biberach kümmert sich nicht nur gut um ihre Patienten, sondern auch um ihre Mitarbeitenden.

Die meisten Altenpflegerinnen im ambulanten Dienst sind morgens um Punkt 6:00 Uhr beim ersten Patienten zu Hause, fahren dann weitere zehn bis fünfzehn Haushalte ab und sind am späten Vormittag zurück in der Dienststelle. Dann ist die sogenannte Tour abgeschlossen. Nicht so Martina Hasenknopf. Sie kommt so gegen 8:00 Uhr bei ihrem ersten Kunden an und ist bis 12:30 Uhr mit der Tour fertig. „Durch die flexiblen Arbeitszeiten kann ich meine Kinder in Ruhe in den Kindergarten bringen und auch wieder abholen.“ Denn von den insgesamt neun Morgentouren der Diakonie-Sozialstation Biberach fährt sie die eine familienfreundliche Tour, die Leiterin Annette Ege vor ein paar Jahren extra für Fachkräfte mit kleinen Kindern zusammengestellt hat. Sie besteht aus Patienten, denen es nichts ausmacht, wenn ihre Pflegerin nicht immer um die genau gleiche Uhrzeit kommt. Für Martina Hasenknopf ein Glücksfall, denn so ist es für sie möglich „arbeiten zu gehen auch ohne die Unterstützung meiner Familie, da diese weiter weg wohnt.“

„Wir wollen ein attraktiver Arbeitgeber sein für Mitarbeitende in den verschiedensten Lebenssituationen“, sagt Annette Ege. Neben der familienfreundlichen Morgentour gibt es auch eine familienfreundliche Abendtour, die von 17:00 Uhr bis 20:30 Uhr geht. Mitarbeiterin Melanie Starke erinnert sich: „Ich arbeite seit fast zwei Jahren bei der Diakonie-Sozialstation Biberach und bin sehr zufrieden. Als mein jüngerer Sohn noch nicht im Kindergarten war, hat mir die Diakoniestation ermöglich, erst dann zu Arbeiten, wenn mein Mann bei den Kindern zu Hause war. Somit war ich tagsüber für meine Kinder da und habe abends noch ein bisschen unsere Haushaltskasse aufgebessert“, erzählt sie. Insgesamt arbeiten 19 weibliche Pflegefachkräfte bei der Diakonie-Sozialstation Biberach und drei junge Frauen und ein junger Mann sind in der Ausbildung. „Eine zweite familienfreundliche Tour könnten wir jederzeit zusammenstellen“, sagt Annette Ege. Schließlich muss sie jederzeit damit rechnen, dass Mitarbeiterinnen in die Familienphase treten oder aus der Familienphase wieder zurückkommen wollen. „Auch Frauen, die schon länger ihre Profession als Pflegefachkraft ruhen lassen, sind herzlich willkommen, mit uns den Wiedereinstieg zu wagen“, so Annette Ege.