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Pressefahrt macht Station im Seniorenzentrum Bempflingen

03.05.2013 | von Catharina Schultheiß
Station der DWW-Pressefahrt in Bempflingen
Informationen aus erster Hand: Journalisten informierten sich im Seniorentrum Bempflingen über die Herausforderungen kleiner Pflegeheime in ländlich geprägten Gebieten.

Zur Situation von kleinen Pflegeeinrichtungen in ländlichen Gebieten:
Journalisten besuchen Seniorenzentrum „Im Dorf“ in Bempflingen.

Gemeinsam in einem Bus kamen sie an, die Journalisten aus verschiedenen Redaktionen, die das Diakonische Werk Württemberg zu einer Pressefahrt zur Situation der Altenpflege eingeladen hatte. Nach Stationen in Scharnhausen und Nürtingen war das Seniorenzentrum „Im Dorf“ die letzte Station an diesem Tag. Dort warteten bereits die Hausleiterin Ulrike Wolf, die Altenpflegerin Brigitte Loos, die Fachliche Geschäftsführerin der Zieglerschen, Eva-Maria Armbruster, und Dagmar Hennings, Regionalleiterin, auf die Gäste, zusammen mit Helga Geisel, der Vorsitzenden des BELA e.V.

Ihr gemeinsames Ziel an diesem Nachmittag: Den Journalisten die Vorteile eines kleinen, familiär geführten Heimes inmitten einer ländlichen Gemeinde aufzuzeigen und dazu über die Herausforderungen zu berichten. Bei strahlendem Sonnenschein,der viele Bewohner ins freie lockte, entspannen sich lebendige Gespräche, in denen klar wurde:„Familiär geprägte Pflegeheime werden gesellschaftlich und politisch gewünscht“, so Eva-Maria Armbruster, „doch es braucht die richtigen gesetzlichen Rahmenbedingungen, um den Betrieb wirtschaftlich zukunftssicher zu führen. Hier besteht Handlungsbedarf.“ Besonders deutlich wird dies im Bereich der Personalkosten: deren Anteil an den Gesamtkosten liegt bei ca. 80 %. Ihre Entwicklung und die Refinanzierung driften seit Jahren immer weiter auseinander. So wird es stetig schwieriger, kleinere Häuser wirtschaftlich zukunftssicher zu betreiben.Um dieser Problematik entgegenzuwirken, damit die kleinen Häuser mit ihrer besonderen Vernetzung in den Gemeinden nach wie vor betrieben werden können, fordern die Beteiligten unisono:“Die tariflichen Steigerungen der Löhne und Gehälter müssen sich in den Pflegesätzen abbilden lassen.“

Diese Botschaft nahmen die Besucher mit vielen weiteren, sehr positiven Eindrücken aus dem Seniorenzentrum mit: „Die Altersheime heute sind ja ganz anders, als ich mir die bisher vorgestellt habe: Die sind ja richtig wohnlich, ohne Krankenhausatmosphäre, dafür mitten im Ort, wo ständig was los ist und Besucher ein- und ausgehen, wie hier in Bempflingen“, staunte ein junger Redakteur. Sollte es allen Beteiligten gelingen, die Botschaft erfolgreich weiterzutragen, werden diese familiären Einrichtungen in den Dörfern weiterhin Zukunft haben, waren sich am Ende der Veranstaltung alle Teilnehmer einig. Nach der Abreise der Besucher kehrte im Seniorenzentrum allmählich wieder Ruhe ein, beflügelt von der Gewissheit, auf dem Weg zu einer sicheren Zukunft einen weiteren Schritt vorangekommen zu sein: „Jetzt haben wir weitere Mitstreiter gefunden, die sich für uns einsetzen werden“, war sich Ulrike Wolf sicher, als sie ihre Kolleginnen verabschiedete.