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Kulturleben in der Vorweihnachtszeit

10.12.2015 | von Iris Schmid

Die Zeit vor Weihnachten kennen viele nur als eine Zeit der Hektik und des Trubels, in der Geschenke besorgt und letzte Dinge im Jahr erledigt werden wollen. Gerade in diesen Zeiten zeigt sich in Schorndorf eine ganz besonders vielfältige und vorweihnachtliche Kultur.

Was, schon wieder Weihnachten vor der Tür? Wer den zahllosen Schokoweihnachtsmännern oder gar dem Weihnachtsmarkt bisher keine Aufmerksamkeit geschenkt haben sollte, der möge seinen Blick über den Schorndorfer Marktplatz schweifen lassen: Ja, der Kerl mit der rot-weißen Zipfelmütze treibt sich wieder auf dem Rathausdach herum, im siebten Jahr inzwischen während der Adventszeit. Und ob man den Kerl nun leiden mag oder ihn für den Advent für unpassend hält – ein Blickfang ist er allemal.

Indes gibt es auch für kunstbeflissene Schorndorfer weihnachtliche Höhepunkte. Einer, der besonders gut zum Fest passt, war das „Concerto Galante“ des Lions Club Welzheim in der Schorndorfer Stadtkirche, dessen Erlös der Club dem Förderkreis der Diakonischen Bezirksstelle spenden will. Die Musik von Händel, Bach und Albimoni, für die Schorndorfs Oberbürgermeister Matthias Klopfer die Schirmherrschaft übernommen hatte, lockte erstaunliche Mengen von Musikfreunden in die Kirche. Sogar etwas ältere Kinder waren darunter, die geduldig und aufmerksam zuhörten.

Eine andere Facette des Kulturlebens in Schorndorf zeigte sich in diesen Tagen bei einem Erinnerungsabend für die Missionarstochter und Erzählerin Amalie von Furtenbach. Ob ihr Geist wohl in den Räumen des Schorndorfer Karlsstift unterwegs war, als sich unlängst ihre Nachfahren und Bewunderer dort zu einem Erinnerungsabend an Amalie von Furtenbach trafen, die auch eine Zeit lang im Karlsstift zu Schorndorf gewohnt hat? Zahlreiche Anekdoten ranken sich um diese Erzählerin. Ihre Erzählungen, Ende der 80er Jahre im Verlag Carl Bacher in Schorndorf erschienen, zeichnen ein Bild von Schorndorf vor dem Krieg. Der Titel: „Verwehte Atmosphäre“ (Herausgeber: Jürgen Betzmann). Die Helden einer untergegangenen Welt werden da lebendig: Töchter, die auf eine eigene Familie verzichten, weil die Eltern sie brauchen. Der Auftritt des Herrn Bezirksschulinspektors, der sich herablässt und Brezeln austeilt. Oder Frauen in einer Winzerfamilie, die bei der schweren Arbeit im Weinberg ihre Frau stehen.

Die Autorin

Iris Schmid ist Bewohnerin des Karlsstifts, einem Pflegeheim der Zieglerschen mitten im Herzen der Stadt Schorndorf. Schmid ist von Beruf Journalistin und hat zuletzt bereits ausführlich über das freudige Herbstfest im Karlsstift berichtet.