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Gut älter werden im Pflegeberuf

11.12.2012 | von Nicola Philipp
Bucher und Rössler
Druften sich wie alle anderen Teilnehmer des Fachtags Ethik der Frage stellen, ob sie sich manchmal für etwas zu alt fühlen: Die Regionalleiter Steffen Bucher und Uli Rößler

Es ist Ende November. Rund um die Evangelische Akademie Bad Boll liegt die erste geschlossene Schneeschicht des Winters. Im Westflügelsaal fordert Moderator Dr. Eckart Hammer die anwesenden 30 Führungskräfte der Zieglerschen Altenhilfe auf, sich der Frage zu stellen, ob und wofür sie sich zu alt fühlen.

„Ich fühle mich oft zu alt für die Aufgaben als Hausleiterin und die Vereinbarkeit mit meinem Privatleben", sagt eine Hausleiterin. Damit war der Fachtag Ethik in der Praxis eröffnet, um das Thema „Altersbilder - Grundlagen für demografiegerechte und wertschätzende Führung" gemeinsam zu bearbeiten.

Im vergangenen Jahr hatte sich eine Projektgruppe bereits intensiv mit dem Thema befasst und in die Handreichung Personalgewinnung der Zieglerschen Altenhilfe eingebracht, die im Sommer 2012 verteilt worden war. Am Fachtag stellten die Experten aus der Projektgruppe zum Einstieg fünf relevante Themenblöcke vor, zu denen im Anschluss alle Anwesenden in kleinen Arbeitsgruppen Ideen zur praktischen Umsetzung vor Ort sammelten.

Die Fachliche Geschäftsführerin Eva-Maria Armbruster betonte, dass die Zieglersche Altenhilfe den Fokus ganz bewusst nicht auf Mitarbeitende über 55 Jahre setze, sondern eine Kultur prägen wolle, die sich mit allen Mitarbeitenden in ihren verschiedenen Lebensphasen beschäftigt. Denn die Förderung und der Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit in einer länger werdenden Lebensarbeitszeit müsse bereits beim Berufseinstieg beginnen. Letztlich „suchen wir Mitarbeitende und stellen Mitmenschen ein, deren Lebensphasen sich auch auf die Berufsphasen auswirken", so Armbruster.

Dr. Eckart Hammer lobte die Handreichung Personalgewinnung: „Das ist eine bemerkenswerte Broschüre, sie ist voll von guten Tipps." Aber natürlich sind die Inhalte der Handreichung auch eine riesige Herausforderung, vor allem für die Führungskräfte. „Wertschätzung ist für mich der Schlüsselbegriff überhaupt", sagte Rainer Ellersiek, Kaufmännischer Geschäftsführer, als er die acht Regeln vorstellte, die sich die Altenhilfe selbst gegeben hat, für eine wertschätzende und demografiefeste Unternehmensentwicklung. „Der Fokus liegt dabei auf Entwicklung. Wir sind dabei, wir sind aber noch nicht fertig."

Dass es nicht einfach ist, konkrete Lösungen für die vielen Herausforderungen zu finden, zeigten die Diskussionen und Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen. Es wurden konkrete Vorschläge gefunden, aber auch zu bedenken gegeben, dass die Führungskräfte im Berufsalltag oft „auf dem Zahnfleisch gehen" und sich fragen „was man noch alles tun solle."

Fest steht, dass die Führungskräfte der Zieglerschen Altenhilfe auf einem guten Weg sind. Das Ziel ist eine demografiegerechte und wertschätzende Führung. Der Weg dahin ist voller Schneewehen.