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Fachtag Ethik in der Praxis: „Lebensqualität"

21.04.2015 | von Karl-Ernst Kreutter und Nicola Philipp
Kompass Lebensqualität
Quelle: fotolia

Zu ihrem diesjährigen internen Fachtag „Ethik in der Praxis“ hatten sich im März etwa 30 Fach- und Führungskräfte der Zieglerschen Altenhilfe in Bad Boll getroffen, um sich mit einem Schwerpunkt ihrer aktuellen Arbeit, der Lebensqualität auseinander zu setzen und Impulse für ihre Arbeit zu erhalten.

Ziels des Tages war, den von einer Projektgruppe erstellten Entwurf eines „Rahmenkonzepts zur Lebensqualität“ vorzustellen und gemeinsam weiter zu bearbeiten. Mit einer Einladung zum Perspektivenwechsel stimmte Karl Ernst Kreutter ins Thema ein: Eine ganz einfache Möglichkeit, die Lebensqualität für Menschen in unseren Häusern adäquat entwickeln und gestalten zu können, beginne damit, sich immer wieder in die „Schuhe der Bewohner“ zu stellen. Wenn im hohen Alter die Lebensroutine durch den Einzug ins Pflegeheim jäh unterbrochen werde, stelle sich ganz konkret die Frage: Was brauche ich, um meinen eigenen, unverwechselbaren lebensgeschichtlichen Faden von „Lebensqualität“ wieder ergreifen zu können?

Geschäftsführer Sven Lange äußerte sich in einem Interview sehr persönlich und unterstrich seinen Eindruck, dass das vorliegende Rahmenkonzept auf bereits erarbeitete Fachkonzepte, Handreichungen und Qualitätsprozesse aufbaue. „Als diakonischer Träger finde ich es enorm wichtig, sich rechtzeitig und aktiv gestaltend mit dem Thema auseinander zu setzen“, sagte er.

Lieber reich und gesund, als arm und krank? Unter diesem provozierenden Titel führte Fachreferentin Jutta Kaltenegger ins Thema ein und benannte die im Fachbereich diskutierten Fragen der Lebensqualität in Pflegeeinrichtungen. Ansätze der objektiven und subjektiven Lebensqualitätsforschung verweisen zum Beispiel auf das erstaunliche Zufriedenheitsparadox, dass keinesfalls objektive Faktoren allein Indikator für die individuell empfundene Lebensqualität einer Person sind.

Rainer Schöffler und weitere Mitglieder des Projektteams stellten im Anschluss an diesen fachlichen Impuls die Inhalte des Rahmenkonzepts vor und unterstrichen ihren Anspruch, es als „integratives Konzept zur Gestaltung der Lebensqualität und Zufriedenheit im Dialog aller Akteure“ in die Praxis um zu setzen. Fünf Nachmittagsworkshops bildeten den Auftakt dafür, das vorgestellte Rahmenkonzept zu konkretisieren und für die Umsetzung in den Einrichtungen fit zu machen.

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