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Ein Traum wird wahr

05.09.2013 | von Nicola Philipp
BEM_Backhaus Beuren
Immer zu zweit über einer Teigschüssel: Bewohnerin Anneliese Wieland und Hauswirtschaftsleiterin Anja Silberhorn aus dem Seniorenzentrum Bempflingen
Der Kies knirscht. Die Räder der Rollatoren sinken ein Stück weit ein. Die Rollstühle sind schwer zu bewegen. Doch alle schieben ihr Gefährt tapfer weiter. Von der Pädagogikscheuer geht es zum alten Backhaus. Denn die zehn Senioren mit ihren zehn betreuenden Personen wollen backen wie früher und sind zu diesem Zweck ins Freilichtmuseum Beuren gefahren. Zwei Museumspädagogen leiten die Gruppe an und kümmern sich darum, dass das Backhaus eingeheizt wird, der Teig fachmännisch geknetet wird und alles zur rechten Zeit geschieht.

„Ein Traum von mir als Hausleiterin war immer, das Beste und Schönste für die Bewohner zu tun", erzählt Ulrike Wolf, Hausleiterin des Seniorenzentrums Im Dorf in Bempflingen, ein Pflegeheim der Zieglerschen Altenhilfe. An diesem Tag in Beuren ist wieder ein Stück dieses Traums wahr geworden. In Zweier-Teams kneteten und formten die Ausflügler Teig und belegten diesen. „Zu zweit über einer Teigschüssel, das hat sich perfekt ergänzt", berichtet Ulrike Wolf.

Ob im Stehen oder im Rollstuhl sitzend, ob mit beiden Händen oder aufgrund einer Lähmung durch Schlaganfall nur mit einer Hand, jede Gruppe füllte ihre Bleche, die dann in den alten Ofen im Backhaus geschoben wurden. Nebenbei erzählten die Bewohner aus ihrer Jugend, erinnerten sich und lachten miteinander. Alle waren „sowas von glücklich und sind es heute noch", sagt Ulrike Wolf. „Das war Lebensqualität und Urlaubsfeeling in einem."

Auch die drei Angehörigen, die zusätzlich zum Personal des Seniorenzentrums als Unterstützung mitgekommen waren, waren am Ende des Tages zwar sehr müde, aber auch voll des Lobes. Geschmeckt hat es am Abend allen. Brunhilde Tichy, Mitarbeiterin im Seniorenzentrum Bempflingen im Bereich Soziales und Betreuung erzählt: „Frau Höhn war so still, da fragte ich sie, ob es ihr schmeckt und sie antwortet: Na, das hört man doch, ich sag nix!" Überhaupt hätten alle so viel gegessen wie das ganze Jahr über nicht.

Und die nächste Idee für einen Ausflug sei auch schon entstanden: „Das nächste Mal wollen die Bewohner an den Bodensee. Und wenn das nicht klappt, dann holen wir den Bodensee eben hierher. Irgendwas fällt uns da schon ein", sagt Ulrike Wolf lachend. Der Ausflug nach Beuren wurde ermöglicht durch eine großzügige Spende der TD Erwerbergesellschaft mbH aus Salem.