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Aktionstag Rettungspaket Altenpflege mit zahlreichen Teilnehmern in Esslingen, Schorndorf und Erolzheim

12.05.2014 | von Catharina Schultheiß
Forderungen steigen in die Luft
Da steigen sie auf, die Forderungen für bessere Rahmenbedingungen in der Altenpflege: der Wind stand günstig beim Ballonstart, die Botschaften sind unterwegs nach Berlin. Doch die Teilnehmer verließen sich nicht nur auf gute Witterungen: weitere Aktionspostkarten übergaben sie auch persönlich an die Bundestagsabgeordneten in Esslingen und Erolzheim.

Die diakonische Altenpflege hat sich heute deutschlandweit für bessere Rahmenbedingungen öffentlich eingesetzt. Die Zieglerschen haben die öffentlichen Veranstaltungen in Esslingen, Schorndorf und Erolzheim organisiert, Forderungen an die Politik wurden an die jeweiligen Bundestagsabgeordneten übergeben.

 

 

Am heutigen Internationalen Tag der Pflege um fünf vor zwölf haben rund 200 Pflegekräfte, Betroffene und Ehrenamtliche  auf dem Marktplatz in Esslingen ihre Forderungen an die Politik für bessere Rahmenbedingungen in der Altenpflege öffentlich sicht- und hörbar gemacht. Dies geschah mit symbolischen Rettungspaketen, einem Pressegespräch und einem Luftballonstart – mit den lila Diakonieballons wurden viele Forderungen und Wünsche an den Bundesgesundheitsminister auf die Reise nach Berlin geschickt. Im Gespräch kamen die verschiedenen Perspektiven von Fachkräften aus dem ambulanten Dienst wie den stationären Einrichtungen als auch von Betroffenen und Ehrenamtlichen zu Wort.
Die verschiedenen stationären Einrichtungen und ambulanten Dienste aus dem gesamten Landkreis haben sich damit am bundesweiten Aktionstag Altenpflege der Diakonie beteiligt. In Esslingen hatten dazu die  Altenhilfe der Zieglerschen, die Diakonie- und Sozialstation Esslingen, die Diakoniestationen Schurwald und Unteres Filstal als auch die Samariterstiftung und die Ev. Heimstiftung dazu aufgerufen.

In ganz Deutschland haben diakonische Pflegeeinrichtungen ihre Forderungen an die Politik für ein „Rettungspaket Altenpflege“ formuliert. Sie treten ein für eine würdevolle Pflege mit weniger Bürokratie, für familiäre Entlastung, für eine gerechte Refinanzierung und für eine attraktive Ausbildung.

Diese Forderungen übergaben sie als Postkarten, die in den vergangenen Wochen gesammelt worden sind,  zum Beispiel  an den Esslinger Bundestagsabgeordneten Markus Grübel (CDU) persönlich, der sie im Dienstfahrzeug direkt nach Berlin zum Bundesgesundheitsministerium mitnahm.  Ebenso legten ihm die Teilnehmer indivuell ihre Wünsche ans Herz: mehr Wertschätzung und eine gerechte Refinanzierung als auch die Zukunft der Pflege insgesamt.


In Esslingen hatten sich trotz schlechter Witterung rund 200 Mitarbeitende, Ehrenamtliche und weitere Betroffene versammelt, um ihre Forderungen in großer Runde an MdB Markus Grübel (CDU) zu übergeben, der sie gerne entgegennahm.

Die Pflege in den Altenpflegeheimen und ambulanten Diensten der Diakonie ist von hoher Qualität, aber die Mitarbeitenden stehen unter zunehmendem Druck: Da nicht alle Leistungen und Kosten der Pflegeeinrichtungen und -dienste wie zum Beispiel der Tariflohn der Mitarbeitenden refinanziert werden, muss die Arbeit auf immer weniger Schultern verteilt werden. Gleichzeitig nimmt der bürokratische Aufwand zu, so dass nicht genügend Zeit für den pflegebedürftigen Menschen bleibt.  Nur wenn die politisch Verantwortlichen die Rahmenbedingungen ändern, kann die Qualität der Pflege erhalten, Lücken in der Versorgungsqualität verhindert und der Druck von den Mitarbeitenden genommen werden.
Susanne Schwarz von der Diakonie- und Sozialstation Esslingen stellte konkret fest: „Nach neuesten Erhebungen stiegen im Zeitraum von 1998 bis 2013 die Vergütung ambulanter Pflegeleistungen im bundesweiten Schnitt um 15 Prozent, die Kosten aber um 70 Prozent. Die Menschen, die die ambulanten Hilfen in Anspruch nehmen, und die Pflege- und Betreuungskräfte, die diese wertvolle Arbeit leisten, dürfen nicht unter ein Kosten- und Zeitdiktat gezwungen werden. Die chronische Unterfinanzierung muss auf hören!“
Ebenso formulierte Rainer Ellersiek, Geschäftsführer der Altenhilfe der Zieglerschen, die Nöte der stationären Pflege: „Gute Pflege kann in Zukunft nur dann für alle Beteiligten gewährleistet werden, wenn die Politik die Rahmenbedingungen ändert. Es muss Schluss sein mit dem ständigen 'Optimieren'! Nur dann sinkt der Druck auf die Pflegenden und nur so lässt sich die ganzheitliche Qualität für die zu Pflegenden erhalten. “

Auch in Erolzheim im Landkreis Biberach, ließen es sich die Bundestagabgeordneten Josef Rief (CDU) und Martin Gerster (SPD) nicht nehmen, an der Aktion teilzunehmen.



Wollen die gute Pflegebedingungen sicherstellen (von links): MdB Martin Gerster, Marianne Schneider, Pflegedienstleiterin und Hausleitung des Seniorenzentrums Erolzheim, Steffen Bucher, Regionalleiter Süd der Zieglerschen Altenhilfe, Annette Ege, Leiterin der Diakonie-Sozialstation Biberach, deren Stellvertreterin Kathrin Hauseur und Andrea Schröder, stellvertretende Seniorenzentrumsleiterin in Erolzheim.



Auch MdB Josef Rief von der CDU ließ es sich nicht nehmen, die große Aktion und die Anliegen in Erolzheim zu unterstützen.

In Schorndorf übergaben Mitarbeiter und Ehrenamtliche der dortigen diakonischen Altenpflege unter der Federführung der Zieglerschen  ihre politischen Forderungen an den Bürgermeister der Stadt.
Weitere Mitarbeitende und Ehrenamtliche der Zieglerschen nahmen an den Aktionen in Tübingen und Reutlingen teil.

Die Diakonie unterstützt bundesweit mit rund 142.000 hauptamtlichen Mitarbeitenden in der Pflege mehr als 250.000 pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen in etwa 2.100 Altenpflegeheimen und 1.400 ambulanten Pflegediensten.

Weitere Informationen und Zahlen zum Thema sind zu finden unter:
www.diakonie.de/aktionstag-altenpflege.html