Arbeiten in der Diakonie

Ist doch cool!

Fabienne Eisenmann ist DHBW-Studentin in der Holding der Zieglerschen. Für sie ist die Diakonie eine echte Alternative zur „freien Wirtschaft“. Warum das so ist, verrät sie im folgenden Artikel.

Diakonie – da denken die meisten zuerst an die Schwestern der Diakoniestation, die mit ihren weißen Autos unterwegs sind und Menschen zu Hause pflegen. So ging es auch Fabienne Eisenmann. Die 21-jährige studiert Betriebswirtschaftslehre/Industrie an der Dualen Hochschule (früher Berufsakademie) in Ravensburg. „Als ich gehört habe, dass man bei der Diakonie auch studieren kann, habe ich mich erst mal sehr gewundert.“

Aus der Verwunderung wurde schnell Begeisterung: Inzwischen arbeitet sie bereits einige Monate bei den Zieglerschen. In dieser Zeit hat sie mit einigen Vorurteilen aufgeräumt: „Man denkt immer, dass soziale Unternehmen etwas hinterherhinken. Dass dort ein bisschen die Zeit stehen geblieben ist. Das stimmt aber gar nicht! Auch wir setzen auf moderne Führungsinstrumente oder arbeiten zum Beispiel mit SAP!“ Und natürlich braucht ein so großes Unternehmen auch Experten im Kaufmännischen Bereich – oder zumindest welche, die auf dem Weg dorthin sind: wie Fabienne Eisenmann.

Trotzdem – ein paar Unterschiede zum „normalen Unternehmen“ gibt es schon: „Obwohl wir in der Verwaltung natürlich nicht direkt mit den Patienten und Bewohnern zu tun haben, weht ein anderer Wind bei uns. Wir wissen bei all dem, was wir tun, dass nicht Profit und Gewinnmaximierung an oberster Stelle stehen. Sondern, dass auch wir letztlich daran mitarbeiten, dass benachteiligte Menschen ein besseres und alltäglicheres Leben führen können. Das ist nochmal eine ganz andere Arbeitsmotivation!“

Diakonie bedeutet in den Zieglerschen aber nicht nur, dass es den betreuten Menschen gut geht. Man will auch für die Mitarbeiter da sein: Personalchef Erwin Gresser: „In unserer Branche sind Mitarbeiter das Wertvollste, das wir als Unternehmen haben. Sie sind es, die tagtäglich in direktem Kontakt mit den von uns anvertrauten Menschen stehen. Deshalb ist es uns wichtig, motivierte und qualifizierte Mitarbeiter zu finden und uns auch für unsere Mitarbeiter einzusetzen.“

Das spürt auch Studentin Eisenmann: „In der Diakonie zu arbeiten – ich find’s cool! Das ist für mich eine echte Alternative zur ‚freien Wirtschaft‘!“

(Dieser Artikel wurde 2009 geschrieben. Fabienne Eisenmann hat nach ihrem dualen Studium ein Masterstudium in Konstanz begonnen.)