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27.10.2009

GU(C)K HIN kommt an

Neue Schilder und Fächer in Gebärdensprache


von links: Marcus Scheitenberger, Werner Dudichum, Dr. Hans Gerstlauer, Sven Lange und Denis Conrad (vorne) mit Kartenfächern und Schild

Mit einem Festakt im voll besetzten Bürgersaal ist GU(C)K HIN endgültig in Wilhelmsdorf und Horgenzell angekommen. GU(C)K Hin ist ein neues und in Deutschland einmaliges Projekt zur gebärdenunterstützten Kommunikation, das von der Behindertenhilfe der Zieglerschen entwickelt wurde.

 


Wer in Wilhelmsdorf durch die Straßen läuft, dem werden sie gleich ins Auge stechen: insgesamt 105 etwa 30 auf 20 Zentimeter große GU(C)K HIN- Schilder mit Gebärdenzeichnungen, die seit kurzem an den Gebäuden der beteiligten Kooperationspartner und der Behindertenhilfe angebracht sind. Ergänzt werden die Schilder durch einen darauf abgestimmten Kartenfächer, der Fotos der beteiligten Kooperationspartner inklusive Adresse und Öffnungszeiten sowie auf der Rückseite die dazu gehörenden Gebärdenzeichnungen enthält. Gemeinsam sollen sie dazu beitragen, dass die Bewohner der Zieglerschen und auch andere Menschen mit Hör-Sprachbehinderung sich möglichst selbständig in der Gemeinde orientieren und aktiv am Leben teilhaben können. Zur Auftaktveranstaltung kamen neben zahlreichen Geschäftsleuten auch viele Wohngruppen der Behindertenhilfe. „Unsere Bewohner, die im Vorfeld mit einbezogen wurden, sind begeistert von GU(C)K HIN. Es zeigt sich jetzt schon sehr deutlich, dass unsere Bewohner durch die neuen Schilder zur Kommunikation angeregt werden. Und dass zwischenzeitlich sogar Kinder ohne Behinderungen anfangen, die Gebärden auf den Schildern zu lernen, finde ich sehr gut“, freute sich Werner Dudichum, Bereichsleiter Wohnen in Wilhelmsdorf und Projektleiter. „Durch den Abbau von Sprachbarrieren wollen wir mit unserem Projekt zur Inklusion behinderter Menschen beitragen“, sagte Sven Lange, Fachlicher Geschäftsführer der Behindertenhilfe, der eine Förderung des Projekts durch die Aktion Mensch beantragt hat. Und: „Wir wollen mit zu einem ungezwungenen und selbstverständlichen Umgang mit der Gebärdensprache, zur Förderung der Selbstbestimmung und zur Persönlichkeitsbildung unserer Bewohner sowie zu individuellen Kontaktmöglichkeiten in Gemeinde und Nachbarschaft beitragen.“ Für alle Kooperationspartner der Behindertenhilfe hatte er noch ein besonderes Highlight zu bieten: Sie alle waren am 4. November eingeladen zu einem Gebärden-Crashkurs mit Bernd Eisenhardt, dem stellvertretenden Schulleiter der Heimsonderschule Haslachmühle. So wird es für die Wilhelmsdorfer Geschäftsleute in Zukunft noch leichter werden, die Bewohner der Zieglerschen in Gebärdensprache zu begrüßen und mit ihnen auch ein wenig kommunizieren zu können. Bürgermeister Dr. Hans Gerstlauer bezeichnete GU(C)K HIN in seinem Grußwort als wichtiges Projekt, das Lücken schließe. Darüber hinaus sei es wichtig, die Barrierefreiheit in den eigenen Köpfen einzuüben. Tolle Unterhaltung bei der Auftaktveranstaltung boten das Improtheater Improshnikow sowie die Schülerband Relax der Heimsonderschule Haslachmühle.

Annette Scherer

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