Titelbild

13.06.2009 - Wilhelmsdorf

Starkes Miteinander lässt alle gewinnen

Siegerehrung beim internationalen Unified Volleyballturnier


Sportlich ohne Ende: Eine der drei deutschen Mannschaften aus Wilhelmsdorf bei der Siegerehrung des unified Volleballturniers. Foto: Katharina Stohr

Strahlende Gesichter, Freudentränen und mehr als ein Sieger: Bei der Siegerehrung des 2. Special Olympics Invitational Unified Volleyball Tournament am 13. Juni 2009 durften sich alle als Gewinner fühlen. Sportler mit und ohne geistige Behinderung aus neun Nationen waren drei Tage lang in gemischten Volleyballteams gegeneinander angetreten und hatten ihr Können bewiesen. Doch ging es in diesen Tagen nicht nur um Leistung und Sieg im Spiel. Gemeinschaft leben, Grenzen auflösen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung, miteinander lachen und weinen, sich begegnen und engagieren - das stand in der Mitte und das bewegte die Menschen. Auf dem Spielfeld und auch außerhalb.

13 Mannschaften aus neun Nationen zogen zum Abschluss des internationalen Unified Volleyballturniers feierlich in die Riedhalle in Wilhelmsdorf ein, begleitet von Prominenz, Turnier-Ausrichtern, Organisatoren, Unterstützern, donnerndem Applaus und Jubel der Fanclubs. Das Unified-Fieber hatte in den Tagen davor kräftig um sich gegriffen. 130 Sportler mit und ohne geistige Behinderung lebten auf dem Spielfeld vor, wie Integration funktionieren kann. In gemischten Teams folgten sie drei Tage lang dem Eid, den Stephanie Guth und Michael Kachler am Eröffnungsabend gesprochen hatten: „Lasst mich gewinnen, doch wenn ich nicht gewinnen kann, so lasst mich mutig mein Bestes geben!“ Bewegte und bewegende Momente folgten während der Siegerehrung. Vier Mannschaften aus Finnland, Österreich und Deutschland hatten es in verschiedenen Leistungsklassen jeweils nach vorne, auf Platz eins geschafft und durften die Goldmedaille entgegennehmen. Geehrt wurden dennoch alle Teams, mit Medaillen und mit Worten. Freudentränen kullerten auf der Bühne, Spieler hüpften in die Luft, Medaillenüberreicher umarmten die Sportler.

Bei „unified“ erhält jeder seinen ganz eigenen Gewinn. Ob als Spieler auf der Bühne oder als Mensch außerhalb des Spielfelds. Der Europaabgeordneten Elisabeth Jeggle oblag es, die Special Olympics in Wilhelmsdorf offiziell zu beenden. In ihrer Rede zu diesem feierlichen Anlass hob sie hervor, dass die Menschen rund um das Volleyballturnier Spaß und Freude ausstrahlten: „Sie haben Spaß an einem tollen und beeindruckenden Miteinander. Sie haben Spaß daran, dass jeder vom anderen lernen kann. Sie haben Spaß daran, dass jeder am anderen etwas entdecken kann.“ Die Ministerin bedankte sich, dass die Wilhelmsdorfer und ihre internationalen Gäste sie diese Freude hatten spüren lassen.

Damit Freude entstehen konnte, waren monatelange Vorbereitungen erforderlich. Jeggle sprach allen Verantwortlichen, die dieses Turnier ermöglicht hatten ihre Anerkennung aus. Das Gelingen dieses großen Ereignisses mache sie an Organisationsleiter Michael Stäbler fest, den sie gemeinsam mit seiner Frau und seinen Söhnen stellvertretend für alle männlichen, weiblichen und jugendlichen Helfer sehe. Stäbler hatte für seinen Einsatz zuvor eine Sonderehrung von Special Olympics erhalten. Zudem dankte sie den Zieglerschen und der TSG Wilhelmsdorf, die das Turnier ausgerichtet hatten. Sie würdigte deren gelungenes Miteinander, zusammen mit der Gemeinde Wilhelmsdorf - nur so könne man sich gegenseitig tragen. Mit Blick auf die diakonische Einrichtung bemerkte sie: „Aus den Zieglerschen kommt eine Woge, die ins Umland geht. Nehmen sie diese Woge mit. Im Miteinander sind wir alle stark.“

Zahlreiche Dankesworte fielen auf dieser bewegten Feier. Vertreter von Gemeinde, Special Olympics, der TSG Wilhelmsdorf und der Zieglerschen lobten und dankten allen Organisatoren, Sponsoren und Beteiligten und immer wieder kam die Rede auf die 400 freiwilligen Helfer aus Schulen, Vereinen und der Gemeinde. Rolf Baumann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Kaufmännischer Vorstand der Zieglerschen und Willi Metzger, Vorstand der TSG Wilhelmsdorf würdigten deren vorbildliches Engagement in einer gesonderten Ehrung.

Alles Schöne geht einmal zu Ende. So auch dieses internationale Turnier in Wilhelmsdorf. Die Special Olympics Fahne in der Riedhalle wurde eingezogen und von einem deutschen Team hinausgetragen, die Special Olympics Flamme erlosch. In manchem Herzen wird sie wohl weiterbrennen.

Katharina Stohr

Zurück