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21.05.2011 - Wilhelmsdorf

Wilhelmsdorfer Unified Volleyballer fahren nach Athen

Landrat Kurt Widmaier übergab am Montag die Trikots an das deutsche Team


Gemeinsam mit den Mitgliedern des Promi-Teams und ihrem Coach Michael Stäbler (ganz rechts) stellte sich das Unified Volleyballteam zum Gruppenfoto auf. (Foto: Annette Scherer)

Bald starten sie durch zu den Special Olympics in Athen – die Athleten und Partner des Unified Volleyballteams aus Wilhelmsdorf mit ihren drei Coaches. „Was hier geschieht, ist keine Selbstverständlichkeit“, sagte Landrat Kurt Widmaier am Montag beim offiziellen Auftakt für die Olympiateilnahme. Im Beisein zahlreicher Gäste, darunter auch Thilo Späth und Matthew Denmark vom VfB Friedrichshafen und der Landtagsabgeordnete Manne Lucha, übergab er die Olympiatrikots an die deutsche Mannschaft. Seit 20 Jahren werde in Wilhelmsdorf Vorbildliches im Bereich Sport und Integration geleistet, lobte der Landrat: „Wir tun alle gut daran, wenn wir dieses Engagement auch in Zukunft unterstützen.“ „Hier wird Gemeinschaft gelebt“, betonte auch Sven Lange, Fachlicher Geschäftsführer der Zieglerschen Behindertenhilfe, einer Einrichtung für Menschen mit Hör-Sprach- und zusätzlicher geistiger Behinderung. Er dankte allen Kooperationspartnern – darunter der TSG Wilhelmsdorf, Sportkreis und Landkreis Ravensburg, dem VfB Friedrichshafen, der Politik und den Sponsoren – für die tatkräftige Unterstützung. Die Teilnahme einer Wilhelmsdorfer Delegation an den Special Olympics sei etwas ganz Besonderes, freute sich Bürgermeister Dr. Hans Gerstlauer. Einen großen Anteil an diesem Erfolg habe der Coach und Lehrer Michael Stäbler, der sich seit vielen Jahren mit seiner ganzen Familie im Bereich Behindertensport engagiere und viele tolle Sportler auf den Weg gebracht habe. Viel Erfolg wünschten den Olympiateilnehmern auch der TSG-Vorsitzende Willi Metzger, Direktor Pit Niermann von der zur Zieglerschen Behindertenhilfe gehörenden Heimsonderschule Haslachmühle und Mathias Rettich vom baden-württembergischen Ministerium für Kultus, Jugend und Sport. Damit die Sportler beim olympischen Wettkampf auch die richtigen Schuhe tragen, habe das Ministerium für die Ausstattung der Spieler mit Sportschuhen gesorgt, so Rettich. Wie gut die deutsche Olympiamannschaft der Unified Volleyballer aufgestellt ist, zeigten Athleten und Partner beim anschließenden Volleyballspiel gegen ein Prominenten-Team, zu dem auch zwei VfB-Meister, der Landtagsabgeordnete Manne Lucha, Ministeriumsvertreter Rettich und Willi Hiesinger, der kaufmännische Geschäftsführer der Zieglerschen Behindertenhilfe, gehörten. „Das war ein Spiel auf Augenhöhe“, so ein begeisterter Zuschauer. „Wir freuen uns alle, dass der Trainingseifer und das Engagement der Mannschaft belohnt wurden und wir bei den Weltspielen im Juni für Deutschland mit dabei sind“, sagte Coach Michael Stäbler. Das Unified Volleyballteam war nach erfolgreicher Teilnahme an nationalen und internationalen Turnieren vom Nominierungsgremium der Special Olympics Deutschland (SOD) dem Präsidium zur Teilnahme vorgeschlagen und von diesem für Athen nominiert worden. Fünf Athleten mit geistiger Behinderung aus der Haslachmühle reisen mit ihren Partnern ohne geistige Behinderung und mit drei Coaches nach Athen. „Wir trainieren jetzt schon zweimal pro Woche und bereiten uns intensiv auf die Special Olympics und die Reise nach Griechenland vor“, so Stäbler. In Athen werde ein ganz normales Turnier gespielt – mit Vorrunde, Gruppenphase, Viertel- und Halbfinale sowie Spiel um Platz 3 und Finale. Finanziert wird die deutsche Olympiateilnahme der Unified Volleyballer aus Oberschwaben über die Sportkooperation mit der TSG Wilhelmsdorf, durch Sponsoren und mit Unterstützung der Zieglerschen. Doch nicht nur die Volleyballer fahren nach Athen. Mit dabei ist auch das Wilhelmsdorfer Team Jugendarbeit mit Raphael Stäbler, Regina Lehmann und Denis Kutzner. Sie erkunden und beraten in Athen bei „Youth unified Sports Development“ aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen in der Jugendarbeit.

Barbara Müller

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Landrat Kurt Widmaier übergibt das Trikot an Spielführer Michael Kachler.