Titelbild

17.06.2011 - Wilhelmsdorf

SPIEGEL-Preis für Mühlezeitung


Stolz schwenken die Jungredakteure der Mühlezeitung mit Cornelia Hanser (2. v. links) und Chefredakteur Daniel Fabian (ganz rechts) die neueste Ausgabe der Mühlezeitung. Bald geht’s auf nach Hamburg! (Foto: apm)

Haslachmühle/Hamburg – Das ist die Königsklasse für Nachwuchs-Journalisten: DER SPIEGEL kürt die besten Schülerzeitungen des Jahres, Reportagen, Interviews, Fotos, Titelbilder, Online-Auftritte. Für viele Schüler bedeutet diese Auszeichnung ein Sprungbrett in die journalistische Karriere. Unter den SPIEGEL-Preisträgern ist in diesem Jahr auch die „Mühlezeitung“ der Heimsonderschule Haslachmühle, einer Einrichtung der Zieglerschen Behindertenhilfe für Menschen mit Hör-Sprach- und zusätzlicher geistiger Behinderung. In welcher Kategorie die Jungredakteure „gelandet“ sind und was genau sie gewonnen haben- das ist noch ein Geheimnis. Tatsache ist aber: Die Konkurrenten stammen von allgemeinbildenden Schulen. Teilnehmen konnten Schülerzeitungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, Schülerzeitungen von deutschen Schulen im Ausland sowie einzelne Schülerinnen und Schüler mit ihren Beiträgen. Einzige Bedingung: Die Schülerzeitungen müssen regelmäßig in deutscher Sprache erscheinen. Dieses Kriterium trifft auf die Mühlezeitung voll zu. Aber wer ein Heft aufschlägt (die aktuelle Nummer ist bereits die 61. Ausgabe), der wird schnell merken, dass die Mühlezeitung eine ganz besondere Zeitung ist. Denn hier gibt es neben den üblichen Texten auch zahlreiche Fotos von Menschen, die „Handzeichen“ machen, sogenannte Gebärdenfotos. Denn in der Haslachmühle wird eine spezielle, den Bedürfnissen der hör-sprach- und zusätzlich geistig behinderten Bewohnern angepasste Gebärdensprache „gesprochen“. Am 26. Juni geht’s los für die Jungredakteure der Mühlezeitung. Vier von ihnen fahren bis zum 29. Juni nach Hamburg und sind dort dabei bei der montäglichen Blattkritik von Europas bekanntestem Nachrichtenmagazin. Natürlich steht auch ein Tag Hamburg auf dem Programm- die Stadt, der Hafen als Tor zur Welt und das „Schwarzlichtviertel“, von dem auch Daniel Fabian und Cornelia Hanser noch nicht so genau wissen, was sich dahinter verbirgt. Die beiden Lehrkräfte begleiten Samuel, Jermaine, Nicole und Lisa, die als Vertreter des eigentlich 35-köpfigen Redaktionsteams an die Waterkant reisen dürfen. Und keine Frage: Das Quartett ist schon mächtig gespannt, was es beim SPIEGEL zu sehen geben wird und natürlich auch auf die Stadt, die für die jungen Damen und Herren viel Neuland bieten wird. Mit dem Zug fährt das Team nach Stuttgart. Dort startet der Flug in die Riesenstadt, die natürlich einen extremen Kontrast zum beschaulichen Oberschwaben bildet. Die Kosten für die Reise werden vom SPIEGEL übernommen. „Sonst würde das nicht gehen“, sagt Daniel Fabian. Er hat die „Mühlezeitung“ beim Wettbewerb angemeldet. Und das nicht zum ersten Mal. Im vergangenen Jahr waren die Mädels und Jungs von der Haslachmühle beim Wettbewerb des „Berliner Tagesspiegel“ erfolgreich (wir berichteten). Und auch sonst kann sich das ungewöhnliche Magazin aus Horgenzell erfolgreich „auf dem Markt“ behaupten. Wer so ein Heft aufschlägt, der merkt auch schnell, warum das so ist. Fast schon professionell gemacht, gespickt mit abwechslungsreichen Themen – und mit vielen Fotos. Dazu kann man auch oft ganz praktische Dinge erfahren. Und Neuigkeiten aus der Haslachmühle gibt’s natürlich auch in jeder Ausgabe.

apm

Zurück