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14.07.2011 - Wilhelmsdorf/Athen

Riesenerfolg bei den Special Olympics

Unified Volleyballer aus Wilhelmsdorf gewinnen in Athen die Silbermedaille


Die Silbermedaillengewinner (von links): Christopher Grüninger, Michael Kachler, Leonie Bleher, Sebastian Langlouis, Mathias Sperlich, Manuel Metzger, Matthias Aigner, Stefan Nusser, Marco Osterroth, Jana Stockmaier.

„Es war total klasse“, freut sich Michael Stäbler. Bei den Special Olympics World Summer Games in Athen hat der Wilhelmsdorfer Coach mit seinen Unified Volleyballern und Coach-Kollegen die Silbermedaille erspielt. Das erfolgreiche Team der Kooperationspartner TSG Wilhelmsdorf und Behindertenhilfe der Zieglerschen, das vom Präsidium von Special Olympics Deutschland für Athen nominiert worden war, unterlag im Endspiel nur knapp der Mannschaft aus der Türkei und belegte stolz den zweiten Platz. 28 internationale Volleyball-Mannschaften nahmen an den Special Olympics teil, sieben von ihnen in der Gruppe von Deutschland. „Wir spielten gegen die Mannschaften aus der Türkei, aus der Slowakei und Tschechien, aus Finnland, Italien, Griechenland und Österreich“, berichtet Stäbler. Die erste Begegnung gegen Italien verloren die Wilhelmsdorfer, im Halbfinale aber besiegten sie die Südländer und traten schließlich im Finale gegen die Türkei an. „Die Schiedsrichter waren sehr fair“, betont der Coach. „Wir hatten tolle Partien und wir haben uns wacker geschlagen.“ Dem Wilhelmsdorfer Unified Team sei es aber keineswegs nur um den Sieg, sondern vor allem um den olympischen Gedanken gegangen. Stäbler: „In Athen, dem olympischen Ursprungsort, mit dabei zu sein war für die Athleten und ihre Partner ein einmaliges Erlebnis.“ Vier erholsame Tage hatten die Wilhelmsdorfer Sportler zunächst auf der griechischen Insel Korfu verbracht, um sich auf die Weltspiele in Athen vorzubereiten. „Von den Hauptstadtunruhen wegen der geplanten Sparmaßnahmen der Regierung haben wir da nur wenig mitbekommen“, erzählt Stäbler. Auch die Busse für den Spielertransport von den Hotels zu den Wettkampfstädten seien trotz eines zweitägigen Generalstreiks immer gefahren. An den vorgegebenen Fahrplan habe man sich zwar nicht halten können, aber „da die Griechen gut im Improvisieren sind, hat alles geklappt“. Viel Zeit für Erkundungstouren in der griechischen Hauptstadt sei den Sportlern ohnehin nicht geblieben, so Stäbler weiter. Jeden Morgen hieß es um sechs Uhr aufstehen. Eine Stunde dauerte die Fahrt vom Hotel zum Wettkampfort beziehungsweise zurück. „Wir waren dann meist froh, den Abend gemütlich ausklingen zu lassen.“ An spielfreien Tagen habe man Beachvolleyball gespielt oder die deutsche Basketballmannschaft in ihren Wettkämpfen angefeuert. Versteht sich fast von selbst, dass aber auch ein Besuch der Akropolis für die Wilhelmsdorfer auf dem Programm stand. „Unser Volunteer, der die ganzen Spiele über für uns zur Verfügung stand, hat uns herumgeführt.“ Großes Lob habe die deutsche Mannschaft auch außerhalb des Spielfelds erhalten, erzählt Stäbler stolz. Bei einigen Unified Mannschaften seien Athleten und Partner nach den Spielen getrennte Wege gegangen – nicht so die Wilhelmsdorfer. „Ihr lebt das Unified auch außerhalb der Wettkämpfe“, habe ein Offizieller beim Abschlussfest gelobt. „Wir freuen uns über die tolle Leistung und das großartige Abschneiden der Sportlerinnen und Sportler bei den Weltspielen in Athen“, erklärt Willi Hiesinger, Kaufmännischer Geschäftsführer der Zieglerschen Behindertenhilfe. „Die tolle sportliche Leistung ist das Eine. Darauf sind wir wirklich stolz. Das Team gehört zur Weltspitze! Aber die jungen Sportlerinnen und Sportler sind auch noch in anderer Hinsicht Vorbilder für uns“ betont Prof. Dr. Harald Rau, Vorstandsvorsitzender der Zieglerschen: „Sie zeigen beispielhaft, wie das selbstverständliche Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung, das unsere Gesellschaft noch lange nicht erreicht hat, aussehen kann“. Restlos begeistert über die erfolgreiche Olympiateilnahme der Unified Volleyballer ist auch Wilhelmsdorfs Bürgermeister Dr. Hans Gerstlauer. Per SMS sei er stets über den Fortgang der Wettkämpfe informiert gewesen und habe den Sportlern die Daumen gedrückt, berichtet er. „Als die SMS mit der Botschaft der Silbermedaille kam, habe ich mich riesig gefreut.“ Das erfolgreiche Unified Team sei längst zu einem internationalen Botschafter der Rotachgemeinde geworden. „Darauf bin ich sehr stolz“, so Gerstlauer.

Barbara Müller

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