Titelbild

13.04.2010

Richtfest für regional einmaliges Haus

„Haus Schild“ bietet Heimat für 42 pflegebedürftige und geistig behinderte Senioren


Die erste Etappe ist geschafft: Am Montag wurde in Wilhelmsdorf Richtfest für ein in der Region einmaliges Haus gefeiert. Mit dabei waren u.a. (von links) Prof. Dr. Harald Rau (Vorstandsvorsitzender der Zieglerschen), Dr. Hans Gerstlauer (Bürgermeister der Gemeinde Wilhelmsdorf), Sven Lange (Fachlicher Geschäftsführer der Behindertenhilfe), Diana Raedler (Sozialdezernentin im Landratsamt Ravensburg), Willi Hiesinger (Kaufmännischer Geschäftsführer der Behindertenhilfe) und natürlich auch die künftigen Bewohner von Haus Schild. (Foto: Katharina Stohr)

Die Behindertenhilfe der Zieglerschen hat am 12. April das Richtfest für ihr neues „Haus Schild“ in der Gartenstraße in Wilhelmsdorf gefeiert. Damit rückt die Fertigstellung eines regional einmaligen Hauses in greifbare Nähe: Ab dem Frühjahr 2011 werden dort 42 älter werdende, pflegebedürftige Menschen mit geistiger Behinderung eine neue Heimat finden. „Haus Schild“ ist ein Ersatzneubau für das in die Jahre gekommene „Haus Hoffnung“ in der Zußdorfer Straße. „Der Seniorenanteil bei Menschen mit geistiger Behinderung nimmt zu“, sagt Werner Dudichum, Bereichsleiter Wohnen der Behindertenhilfe. Warum erst jetzt Häuser für Senioren mit geistiger Behinderung gebaut werden? „Zurückzuführen ist dies unter anderem auf die Euthanasieaktion im dritten Reich. Viele Menschen mit Behinderung wurden damals getötet, die Generation pflegebedürftiger Senioren mit geistiger Behinderung entwickelt sich erst jetzt“, erklärt Dudichum. „Pflegebedürftige Senioren mit geistiger Behinderung brauchen intensive Zuwendung, die herkömmliche Pflegeheime nicht bieten können. Dies betrifft vor allem jene Menschen, die zusätzlich zu ihrer geistigen Behinderung hör-/sprachbehindert sind“, erklärt Sven Lange, Fachlicher Geschäftsführer in der Behindertenhilfe. Anlass für die Zieglerschen, mit „Haus Schild“ ein eigens zugeschnittenes Modell mit derzeit geschätzten 3,7 Millionen Euro Baukosten zu schaffen. „Ein spezieller Mitarbeiter-Mix wie beispielsweise Heilerziehungspfleger mit zusätzlicher Altenpflegeausbildung wird sowohl pädagogische als auch pflegerische Kompetenz gewährleisten“, erklärt Lange. Das geplante Wohngruppenmodell ermögliche zudem ein individuelles Zusammenleben der Senioren. So wird jede der drei Etagen des großflächigen und lichtdurchfluteten Gebäudes mit 14 Einzelzimmern und zugehörigen Nasszellen, einem gemeinsamen Wohn- und Essbereich, Küche und Therapieraum ausgestattet. „Neben der Pflege wird jeder Bewohner entsprechend seiner Interessen und Möglichkeiten in eine Tagesbeschäftigung eingebunden“, so Lange. Dabei stehe das Miteinander wie etwa gemeinsames Kochen, Spielen, Handarbeiten oder Werken im Vordergrund. Besonders erfreulich an „Haus Schild“ sei für ihn, dass behinderte Menschen mit hohem Pflegebedürfnis in ihrer vertrauten Umgebung wohnen bleiben können und nicht in ein auswärtiges Pflegeheim umziehen müssen. Denn: „Für Menschen mit geistiger Behinderung ist ein gewohntes Umfeld äußerst wichtig.“ Auch Willi Hiesinger, Kaufmännischer Geschäftsführer der Behindertenhilfe, freut sich, dass der Neubau nach langer Zeit geklappt hat und von verschiedenen Seiten unterstützt und bezuschusst wird: „Im Pflegebereich für älter werdende Menschen mit geistiger Behinderung liegt die Zukunft. Das ist der richtige Weg für uns.“ Durch den strengen Winter werde der Rohbau bis zum Richtfest allerdings nicht komplett fertig gestellt sein. „Besondere Häuser brauchen ein besonderes Richtfest“, schmunzelt Hiesinger. Weitere Infos für Interessierte bei: Werner Dudichum, Bereichsleiter Wohnen im Standort Wilhelmsdorf, Tel. 07503/929-506, E-Mail: dudichum.werner@zieglersche.de

Katharina Stohr

Zurück