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04.04.2011

Unified Volleyballteam aus Wilhelmsdorf fährt nach Athen

Gespräch mit Coach Michael Stäbler über die Teilnahme seiner Mannschaft an den Special Olympics


Das Unified Volleyballteam der Kooperation TSG Wilhelmsdorf/Behindertenhilfe der Zieglerschen mit Coach Michael Stäbler (vorne) der Zieglerschen freut sich auf Athen. (Foto: Raphael Stäbler)

Ein toller Erfolg: Das Unified Volleyballteam der Kooperation TSG Wilhelmsdorf/Behindertenhilfe der Zieglerschen aus Wilhelmsdorf wurde als einzige deutsche Volleyball-Mannschaft für die Special Olympics nominiert und fährt im Juni nach Athen. Mit dabei ist der Wilhelmsdorfer Coach und Lehrer an der Heimsonderschule Haslachmühle Michael Stäbler, der sich seit 1991 aktiv für Special Olympics Deutschland engagiert und seit 2008 Nationaler Koordinator Unified Sport ist. Wir sprachen mit ihm über die Olympiateilnahme seiner Mannschaft.

Herr Stäbler, wie kam es zu der Nominierung des Unified Volleyballteams aus Wilhelmsdorf?


Michael Stäbler: Durch die Teilnahme an Turnieren, wie beispielsweise an dem internationalen Turnier in Wilhelmsdorf 2009, und – ganz wichtig – an den Nationalen Spielen in Bremen 2010 mit den entsprechenden Platzierungen 1. und 2. Platz bei beiden Turnieren. Man wird dann von einem Nominierungsgremium von Special Olympics Deutschland (SOD) dem Präsidium zur Teilnahme vorgeschlagen. Das Präsidium von SOD nominiert schließlich die Sportler und Sportlerinnen sowie Teams der Deutschen Mannschaft.

Was genau bedeutet „Unified Volleyball“?

Michael Stäbler: Unter Unified® Volleyball versteht man ein Konzept, bei dem Sportler und Sportlerinnen mit geistiger Behinderung (Athleten) gemeinsam mit Sportlern und Sportlerinnen ohne geistige Behinderung (Partner) in einer Mannschaft trainieren und an Turnieren und Wettbewerben teilnehmen.

Wer fährt mit nach Athen?

Michael Stäbler: Die fünf Athleten Matthias Aigner, Marco Osterroth, Christofer Grüninger, Michael Kachler und Sebastian Langlouis. Die fünf Partner Leonie Bleher, Manuel Metzger, Stefan Nusser, Jana Stockmayer und Mathias Sperlich sowie die drei Coaches Anne Blickle, Tobias Stäbler und ich.

Wie bereitet sich das Team auf die Olympiateilnahme vor?

Michael Stäbler: Im April findet ganz normal ein wöchentliches Training statt, ab Mai wird zweimal pro Woche trainiert und dann absolvieren die Sportler noch zwei Vorbereitungs-Wochenenden: Mitte Mai und Anfang Juni gibt es Informationsveranstaltungen zur Organisation der Weltspiele und zu Griechenland. Auch ein kleiner Crashkurs Griechisch ist vorgesehen. Wie viele Spiele bestreiten die Athleten? Stäbler: Das hängt davon ab, wie viele Unified Volleyballteams teilnehmen. Es wird ein ganz normales Turnier gespielt: Vorrunde, Gruppenphase, Viertel- und Halbfinale, Spiel um Platz 3 und Finale.

Wie wird die Fahrt der Athleten nach Athen finanziert?

Michael Stäbler: Ein Teil der Kosten über die Sportkooperation mit der TSG Wilhelmsdorf (Abteilung: Sport für behinderte Menschen) und mit Unterstützung der Zieglerschen. Wir versuchen darüber hinaus natürlich auch Sponsoren dafür zu gewinnen.

Was bedeutet für Sie persönlich diese Teilnahme an den Special Olympics in Athen?

Michael Stäbler: Für jeden Trainer ist es super bei den Weltspielen mit einer Mannschaft vertreten zu sein. Die Mannschaft wird belohnt für ihren Trainingseifer und für ihr gemeinsames Engagement. Ich denke, die Fahrt nach Athen wird für uns alle ein unvergessliches Erlebnis werden. Für mich als Coach ist es immer wieder spannend zu sehen, wie Athleten und Partner zusammen wachsen und Verantwortung übernehmen beim Training, beim Spiel und auch außerhalb des Spielfelds.

Barbara Müller

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