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17.11.2011

Mütter genießen Verwöhnwochenende

Mütter behinderter Kinder tanken wieder in Langenargen auf


Die gestärkte Frauenschaft auf dem Weg zu neuen Ufern. Foto: privat

Die 84-jährige Käthe B. aus Bissingen wollte beim Mütterverwöhnwochenende unbedingt dabei sein. Das war ihr erster Urlaub in ihrem Leben. Und so organisierte die rüstige Frau die Betreuung ihrer 58jährigen behinderten Tochter, die bei ihr wohnt, und machte sich auf den Weg an den schönen Bodensee.

Auf Wunsch der Teilnehmerinnen drehte sich diesmal alles um das Thema „Finde dich selbst“, das mit Referaten, Bewegungs- und Kunsttherapie unter Anleitung erfahrener Therapeuten ganz individuell angegangen werden konnte. Daneben gab es viel Raum, um miteinander zu reden, viele neue Kontakte zu knüpfen und sich in therapeutischen Einzelgesprächen Rat zu holen. In den Pausen ging es bei wunderschönem Herbstwetter an den See, um neue Eindrücke zu sammeln und Energie für den oft schwierigen Alltag zu sammeln.

Aus acht verschiedenen Landkreisen Baden-Württembergs waren diesmal die Mütter von Kindern mit Behinderung an den Boden¬see gereist. Parallel zum Wochenendseminar haben die Ambulanten Dienste der Zieglerschen Behindertenhilfe auch diesmal eine Freizeit zur Betreuung der behinderten Kinder angeboten. „Wir wollten während der Freizeittage auch die Väter und Geschwister entlasten“, erklärt Ina Ströbele.

20 Mütter von behinderten Kindern jeglichen Alters genossen es, Zeit und Ruhe für sich, Raum für eigene Bedürfnisse und den Austausch mit Müttern in ähnlicher Lage zu haben. Das ist für diese Frauen und die Angehörigen von Menschen mit Behinderung ein seltenes Gut. Diese „kleine Auszeit“ ist notwendig und gibt neue Kraft für den Alltag.

Das „Mütterverwöhnwochenende“, das der Beirat der Angehörigen und Betreuer der Zieglerschen Behindertenhilfe Wilhelmsdorf auch 2011 wieder im Feriendorf Langenargen veranstaltete, war auch diesmal wieder voll ausgebucht. Geleitet wurde das Seminar – wie in den Jahren zuvor - von der Initiatorin Ina Ströbele und ihrem Team. Alle wollen auch nächstes Jahr wieder dabei sein.

Ströbele engagiert sich seit nunmehr fast 30 Jahren in der Angehörigenarbeit der Zieglerschen Behindertenhilfe und ist seit 2009 Sprecherin des Angehörigenbeirats im Bundesverbandes evangelische Behindertenhilfe (BeB) in Berlin. Ihre besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den Müttern, aber auch den erwachsenen Geschwistern behinderter Menschen. Für diese Zielgruppen bietet sie Seminare an wie etwa das Mütterverwöhnwochenende am vergangenen Wochenende.

Einige Teilnehmerinnen sind bereits „Stammgäste“ beim Mütterverwöhnwochenende von Ina Ströbele und pflegen den Kontakt untereinander ganz gezielt. Sie rufen sich regelmäßig an, schicken sich Mails, schreiben sich Briefe oder besuchen sich. Sie wissen um einander, um ihre Probleme und Nöte, aber auch um ihre Freuden. Neue Teilnehmerinnen werden immer wieder herzlich in diesen Kreis aufgenommen.

Zur Förderung des Kontakts untereinander haben sich die Teilnehmerinnen für März 2012 bereits zu einem gemeinsamen Brunch im Schloss Montfort in Langenargen verabredet. Dies ist für die Frauen so wichtig, dass sie auch nur für einen Tag die weite Anreise an den Bodensee nicht scheuen. Alle freuen sich schon auf ihren Brunch und auch auf ihr nächstes Mütterverwöhnwochenende vom 09. bis 11.11.2012. Wunschthema der Frauen ist der „Dreiklang aus denken – fühlen - handeln“. Weil das Angebot wieder sehr gut angenommen wurde, wird die Zieglersche Behindertenhilfe auch im nächsten Jahr wieder parallel eine Freizeit zur Betreuung von Kindern mit Behinderung anbieten.

Interessierte richten ihre Anfragen bitte an: Ina Ströbele, Weidenring 8, 88046 Friedrichshafen, Email: ina@stroebele.org

Ina Ströbele

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