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31.10.2011

Sozialministerin Altpeter eröffnet „Haus Schild“ der Zieglerschen

Regional einmaliges Haus bietet Heimat für 42 pflegebedürftige und geistig behinderte Senioren


Sozialministerin Katrin Altpeter (Mitte) schneidet gemeinsam mit Bewohnern des neuen Hauses das symbolische Band durch. Mit dabei: Landrat Kurt Widmaier, Senator Prof. Klinger vom Kommunalverband für Jugend und Soziales und weitere Ehrengäste. (Foto: Katharina Stohr)

Die Behindertenhilfe der Zieglerschen hat am 28. Oktober 2011 ihr neues „Haus Schild“ eingeweiht. Damit steht 42 älter werdenden pflegebedürftigen Menschen mit Hör-Sprach- und zusätzlicher geistiger Behinderung in Wilhelmsdorf ein regional einmaliges Angebot zur Verfügung. Die baden-württembergische Sozialministerin Katrin Altpeter schnitt beim Festakt gemeinsam mit behinderten Senioren das symbolische rot-weiße Band vor dem knapp 4,4 Millionen Euro teuren Neubau durch.

„Ich bin mir sicher, dass die Zieglerschen den 42 Menschen im Haus Schild ein neues Zuhause schaffen werden. Ein Zuhause, in dem der Mensch im Mittelpunkt steht“, sagte Altpeter. Die Zieglerschen leisteten einen wichtigen und unverzichtbaren Beitrag zur Inklusion behinderter Menschen, so die Ministerin. Als „klares Bekenntnis des Landkreises und der Zieglerschen zum Standort Wilhelmsdorf“, bezeichnete Professor Dr. Harald Rau, Vorstandsvorsitzender der Zieglerschen, den schmucken Neubau. „Ganz im Sinne der Inklusion“, sei das zentral in Wilhelmsdorf liegende Haus Schild vom ganz alltäglichen Leben der Gemeinde umgeben. „Dass wir eine Zeit erleben, in der Menschen mit Behinderungen älter und damit auch pflegebedürftiger werden, ist in der jüngeren deutschen Geschichte bedeutsam“, sagte Rau mit Blick auf die Morde der Euthanasieaktion im dritten Reich. Mit Haus Schild könnten ältere und pflegebedürftige Menschen, die teilweise schon seit 70 Jahren in Häusern und Wohngemeinschaften der Behindertenhilfe leben, in Wilhelmsdorf wohnen bleiben, sagte Sven Lange, Fachlicher Geschäftsführer der Behindertenhilfe. Dass sich Menschen nicht nur für dezentrale Standorte entscheiden könnten, sondern auch für Wohnorte, in denen sie bereits leben und sich wohl fühlen, sei eine „Ausprägung des Wunsch- und Wahlrechts für Menschen mit Behinderung“, so Lange. Er hob hervor, dass durch das neue Angebot jahrelang gepflegte, soziale Kontakte und Freundschaften in Wilhelmsdorf erhalten blieben. Von Vorteil sei ferner, dass sich Bewohner in Haus Schild durch die in der Behindertenhilfe erlernte Gebärdensprache und mittels technischer Hilfsmittel verständigen könnten. Denn sich artikulieren, aktiv kommunizieren und „bei Bedarf auch mal Dampf ablassen“ zu können, sei auch für ältere Menschen mit Behinderung wichtig. „In einem normalen Pflegeheim wäre für unsere Bewohner keine Kommunikation möglich“, sagte Lange. „Die großzügigen Räumlichkeiten in Haus Schild garantieren eine optimale Unterbringung der Bewohner“, sagte Willi Hiesinger, Kaufmännischer Geschäftsführer der Behindertenhilfe. Ein spezieller Ausbildungsmix von Heilerziehungs- und Altenpflege sichere hochprofessionelle Betreuung im pädagogischen und pflegerischen Bereich. Schon jetzt seien die Plätze im Haus ausgebucht und Wartezeiten entstanden, so Hiesinger. Bezuschusst worden sei das richtungsweisende Projekt vom Kommunalverband Jugend und Soziales, von der ARD Fernsehlotterie „Ein Platz an der Sonne“ und vom Diakonischen Werk Württemberg.

Katharina Stohr

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