Titelbild

02.11.2010 - Wilhelmsdorf

„Ein wunderbares Stück Wohlbefinden“

160 begeisterte Teilnehmer beim „Katimavic 2010“ in der Haslachmühle


"Katimavic 2010" in der Haslachmühle- das waren drei Tage voller Spiritualität, Zusammenhalt und ansteckender Lebensfreude. Etwa 160 Menschen mit und ohne Behinderung aus ganz Süddeutschland feierten vom 30. Oktober bis zum 1. November. Foto: Brigitte Geiselhart

Das war wieder einmal eine Veranstaltung aus einem Guss! 160 Menschen mit und ohne Behinderung, Jüngere und Ältere, Männer, Frauen, Kinder und Jugendliche kamen vom 30. Oktober bis zum 1. November aus ganz Süddeutschland zur Behindertenhilfe der Zieglerschen in die Haslachmühle, um gemeinsam zu feiern, zu beten, zu tanzen und auch um sich gegenseitig zu bestärken. „Katimavic 2010“ - das waren auch drei Tage voller Spiritualität, Zusammenhalt und ansteckender Lebensfreude. „Klasse, man findet überall Freunde, die Gottesdienste sind toll“. Dieses Fazit von Ernst Hauschmid aus Ursberg steht stellvertretend für unzählige positive Rückmeldungen begeisterter Teilnehmer. „Katimavic“ ist ein Wort aus der Sprache der Inuit, das so viel wie „Ort der Begegnung“ bedeutet. Menschen mit Handicaps nicht am Rande stehen zu lassen, sondern in den Mittelpunkt der Gesellschaft zu integrieren, diesem Leitbild fühlen sich die Katimavic-Treffen, die seit 1987 im süddeutschen Raum in Behinderteneinrichtungen wie in Stetten, Ursberg oder auch in der Haslachmühle im Schnitt alle zwei Jahre stattfinden, verpflichtet. „Wenn Gott eine Tür öffnet“ – ein Motto, das sich wie ein roter Faden durch intensive und anregende Tage zog. Ständiger Begleiter waren der Apostel Paulus und seine Erlebnisse, wie sie in der Apostelgeschichte 12 geschildert sind. Höhepunkte gab es viele. Auf eine Versöhnungsfeier am Samstag folgte eine Gebetsnacht. Der Gottesdienst am Sonntag mündete in ein Fest mit ausgelassenem Tanz und Musik und der Abschlussgottesdienst gab Kraft und Mut für den Alltag mit auf den Weg. Bei der Arbeit in Kleingruppen war nicht zuletzt genügend Gelegenheit, sich besser kennenzulernen. Begleitet wurden die Begegnungstage von katholischen und evangelischen Geistlichen. 20 engagierte Mitarbeiter, ein Jahr intensive Vorbereitung, keine finanzielle Unterstützung von außen – auch das steht hinter dem Katimavic 2010. „Uns geht es auch darum, zu zeigen, dass ein gemeinsames Leben von Behinderten und Nichtbehinderten nichts Belastendes oder Schweres sein muss, sondern für alle Beteiligten bereichernd sein kann“, betont Sozialdiakon Christof Lotthammer vom Referat „Geistliches Leben“ der Zieglerschen Behindertenhilfe. Dass gerade Menschen mit Beeinträchtigungen die besondere Fähigkeit haben, Freude zu verbreiten, das weiß auch Gudrun Hauser, die seit etwa 20 Jahren zum Katimavic-Vorbereitungsteam gehört. „Diese Begegnung hat eine ganz besondere Qualität. Es ist eine geistliche Gemeinschaft von Behinderten und Nichtbehinderten auf Augenhöhe – ohne Alltagsroutine, dafür mit viel Freiraum, um vom anderen zu erfahren, was ihn wirklich bewegt“, sagt die Heilerziehungspflegerin aus Ulm-Wiblingen. Dieser Meinung ist auch Gerhard Walter, der mit seinem 22-jährigen Sohn Maximilian aus Calw gekommen ist. „Stimmung, Offenheit und der respektvolle Umgang miteinander sind einfach unbeschreiblich.“ Anders gesagt: „Katimavic – das ist ein wunderbares Stück Wohlbefinden.“

Brigitte Geiselhart

Zurück