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19.07.2011 - Wilhelmsdorf

Wohngruppe Obereschach feiert 10-Jähriges

„Wenn jemand Normalität will, dann ist das das Richtige“


Bewohner und Mitarbeiter der Wohngruppe Obereschach freuen sich auf ihre Jubiläumsfeier am 23. Juli. (Foto: apm)

„Wenn jemand Normalität will, dann ist das das Richtige“, sagt Christina. Sie gehört zum Team der Wohngruppe in der Angelestraße 45 in Obereschach. Hier wohnen sechs Männer und drei Frauen in einer Wohngruppe der Zieglerschen Behindertenhilfe, einer Einrichtung für Menschen mit Hör-Sprach- und zusätzlicher geistiger Behinderung mit Stammsitz in Wilhelmsdorf. Und man wird es kaum glauben: Die Wohngruppe gibt es bereits seit zehn Jahren. Im April 2001 wurden die ersten Zimmer in dem geräumigen Einfamilienhaus bezogen. Am 23. Juli feiert man dieses ganz besondere Jubiläum mit Angehörigen, Nachbarn, Freunden und geladenen Gästen. Dass da auch ein Gottesdienst mit Pfarrer Manz und Christof Lotthammer dazugehört, das versteht sich von selbst. Schließlich sind die WG-Bewohner regelmäßige Gäste in der evangelischen Kirche in Oberhofen. Wer das Haus zum ersten Mal betritt, der wird vielleicht angenehm überrascht sein. Hier könnte genauso gut eine größere Familie leben. Wenn man von den Essenstransportbehältern absieht, deutet hier kaum etwas darauf hin, dass es sich um eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung handelt. „Das muss auch so sein“, sagt Heinke Scheerer. Die ausgebildete Erzieherin war von Anfang an mit dabei und ist seit sieben Jahren auch Gruppenleiterin. Nicht ganz ohne Stolz zeigt sie die Räume. Die Einzelzimmer sind sehr individuell eingerichtet, je nach den Bedürfnissen und den Vorlieben der Bewohner. Von dezent bis poppig reicht das Spektrum. Die Küche unterscheidet sich durch nichts von der in einem schwäbischen Haushalt. Lediglich im Essbereich fällt auf, dass dort drei Tische stehen. So können sich individuelle Gruppen bilden und man kann auf spezielle Essgewohnheiten besser eingehen. Auffallend ist das riesige Sofa im Wohnzimmer. Da haben dann alle richtig Platz und einen hervorragenden Blick auf den Fernseher. Bei gutem Wetter wird auch der schöne Garten gerne genutzt. Wenn die Nachbarin Inge Häffner im Garten ist, dann winkt man sich zu. „Ich habe keine Probleme mit den Bewohnern des Nachbarhauses“, sagt die ältere Dame. Sie erinnert sich noch mit Dankbarkeit an die Zeit, als ihr mittlerweile verstorbener Mann ab und zu aus dem Rollstuhl rutschte. Ein kleiner Hilferuf zum Nachbarhaus genügte und schon kam Unterstützung. Einkaufen gehen, Frisör und kleine Ausflüge- es gibt viel zu tun. Und das natürlich auch im häuslichen Bereich. Überall wird versucht, die Bewohner in die Arbeiten und Pflichten mit einzubeziehen. Unkraut jäten, die Spülmaschine ein- und ausräumen oder mithelfen beim Tisch decken ist angesagt. Wie in einer ganz normalen Familie eben. Die Konzeption der Wohngruppe hat sich bewährt und so freuen sich die Gruppenmitarbeiter und Bewohner auf ihr ganz besonderes Fest am 23. Juli.

Programm:

10.30 Uhr Sektempfang
11.00 Uhr Gottesdienst
12.00 Uhr Mittagessen
13.00 Uhr Unterhaltungsprogramm
15.30 Uhr Kaffee und Kuchen

apm

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