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28.07.2011

Mühlezeitungsmacher zurück aus Hamburg

SPIEGEL-Preis für Mühlezeitung


Die Mühlezeitungsredakteure Nicole Tittes, Lisa Marques, Samuel Dreher, Jermaine Braun (von links) und Markus Verbeet (Spiegelredakteur, Laudator für die Mühlezeitung) bei der Preisübergabe. Foto: SPIEGEL

Seit 1996 sucht der SPIEGEL-Verlag jedes Jahr nach der besten deutschsprachigen Schülerzeitung. Das hat seinen Grund: Viele gestandene Journalisten und Redakteure haben ihre ersten Erfahrungen bei Schülerzeitungen gemacht und sich dort für einen Beruf begeistern lassen, der auch heute noch der Wunschtraum vieler junger Leute ist. Dieses Jahr wurden 1.300 Hefte und Beiträge eingesandt –auch von der Heimsonderschule Haslachmühle in Horgenzell, einer Einrichtung der Zieglerschen Behindertenhilfe für Menschen mit Hör-Sprach- und zusätzlicher geistiger Behinderung. Die bereits mehrfach ausgezeichnete „Mühlezeitung“ bekam den Sonderpreis für die beste Förderschulzeitung (wir berichteten). Jetzt waren Samuel, Jermaine, Nicole und Lisa eingeladen, als Vertreter des 35-köpfigen Redaktionsteams zum SPIEGEL-Verlag nach Hamburg zu reisen. Die beiden Lehrer Cornelia Hanser und Daniel Fabian begleiteten die jungen Leute in die große Stadt. Was die Truppe von der Haslachmühle dort alles erleben durften, das finden sie auch im Nachhinein noch „super“. Im Hotel „Superbude“ waren sie im Herzen der Hansestadt bestens untergebracht und von dort wurden auch viele Erkundungsfahrten mit der U-Bahn unternommen. Höhepunkt der Reise waren die Stunden im SPIEGEL-Verlag, wo Europas bekanntestes Nachrichtenmagazin erstellt wird. Besonders interessant war der Besuch im Newsroom bei SPIEGEL- Online. Da kam dann auch die Idee auf, die „Mühlezeitung“ der Heimsonderschule ebenfalls online zu stellen. „Das Internet ist natürlich für Gehörlose ein ideales Medium“; macht Daniel Fabian deutlich. Der beste Beweis dafür ist das Portal Facebook, wo die Mühlezeitung bereits vertreten ist und wo ein reger Austausch herrscht. Und was ist der wesentlichste Unterschied zwischen dem Nachrichtenmagazin und der Mühlezeitung? „Die haben bessere PCs“ macht Jermaine mit einem breiten Grinsen deutlich. Was den Mühlezeitungsmachern in Hamburg am besten gefallen hat? Für die jungen Frauen eindeutig: das Partyschiff. Kein Wunder, das war Großstadtflair pur und jede Menge Spaß. Auch die Erinnerung an die riesigen Schiffe im Hamburger Hafen dürfte nicht so schnell verblassen. Auf dem Programm der mehrtägigen Reise mit Bahn und Flugzeug- die Kosten wurden vom SPIEGEL übernommen- gehörte natürlich auch ein Besuch des weltberühmten Stadtteils St. Pauli. Dass da nicht alle einschlägigen Straßen besichtigt wurden, das versteht sich von selbst. Ein Besuch beim wohl bekanntesten Polizeirevier von Hamburg, der „Davidswache“, wurde ebenfalls nicht vergessen. Bis die vielen Eindrücke verarbeitet sind, wird es wohl noch eine Weile dauern. Und vielleicht ist darüber auch in der nächsten Ausgabe der Mühlezeitung etwas zu lesen. Die immerhin 62. Ausgabe ist bereits in Planung. Und wann steht der nächste Wettbewerb an? „Mal sehen, was sich tut“, sagt Daniel Fabian mit einem vielsagenden Lächeln.

apm

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