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30.07.2011

3. Preis für GU(C)K HIN-Projekt der Zieglerschen Behindertenhilfe

Prof. Dr. Monika Seifert zur Preisübergabe in Wilhelmsdorf


Mit Vertreterinnen des Handels- und Gewerbevereins (1. Reihe links), Gemeinderat Josef Fuchs als Vertreter von Bürgermeister Dr. Hans Gerstlauer (2. R. 2. v. links), Bewohnern, Mitarbeitern, Mitgliedern des Heimbeirats, des Werkstattrats, den Rotachtalern und der Musikgruppe „Freches Blech“ vom Kinderheim St. Johann feierten Prof. Dr. Monika Seifert von der DHG (1. Reihe Mitte), Werner Dudichum (Bereichsleiter Wohnen Wilhelmsdorf, links daneben) und Willi Hiesinger, Kaufmännischer Geschäftsführer der Zieglerschen Behindertenhilfe (rechts daneben) die besondere Auszeichnung für das Projekt GU(C)K HIN. (Foto: Annette Scherer)

Im Oktober 2009 startete die Behindertenhilfe der Zieglerschen ihr deutschlandweit einmaliges Projekt GU(C)K HIN zur gebärdenunterstützten Kommunikation in den Gemeinden Wilhelmsdorf und Horgenzell. Über 50 Kooperationspartner konnten für die Idee eines neuen Kommunikationssystems gewonnen werden, das zur Integration von Menschen mit Hör-Sprach- und zusätzlicher geistiger Behinderung beitragen soll. An über 50 Geschäftsräumen und öffentlichen Einrichtungen in Wilhelmsdorf und Horgenzell wurden Schilder in Gebärdensprache angebracht, die gemeinsam mit einem darauf abgestimmten Kartenfächer ermöglichen, dass Menschen mit Hör-Sprachbehinderung sich selbständig in der Gemeinde orientieren und aktiv am Leben teilhaben können. Jetzt wurde das Projekt mit dem 3. Preis der Deutschen Heilpädagogischen Gesellschaft (DHG) ausgezeichnet. Die DHG engagiert sich seit zwei Jahrzehnten für Menschen mit geistiger Behinderung und herausfordernden Verhaltensweisen, insbesondere für die Verbesserung ihrer Lebensqualität und ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft. Seit 2008 schreibt sie jedes Jahr den DHG-Preis aus. In diesem Jahr stand er unter dem Motto: „Teilhabe ist unteilbar“. Gewürdigt wurden Projekte, die die Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit geistiger Behinderung und hohem Unterstützungsbedarf in unterschiedlichen Lebensbereichen erweitert oder erschlossen haben. „Das Projekt GU(C)K HIN ist ein wichtiger Baustein auf diesem Weg“, so die DHG-Vereinsvorsitzende Prof. Dr. Monika Seifert aus Berlin in ihrer Laudatio. Denn es beseitige Barrieren, mit denen Menschen mit Hör-Sprachbehinderung täglich konfrontiert werden und eröffne ihnen die Chance, die Angebote im eigenen Wohnumfeld selbständiger als bisher zu nutzen. Es biete Gelegenheiten, mit Menschen in Austausch zu treten, die nicht zu ihrem engen Freundes-, Verwandten- und Bekanntenkreis gehörten. Auch für Menschen ohne Behinderung sei das Projekt ein Gewinn. Prof. Dr. Monika Seifert zeigte sich beeindruckt von der Vielzahl der Kooperationspartner, die die Umsetzung des Projekts unterstützten und lobte, dass die Zieglerschen mit ihrem Projekt ein wichtiges Anliegen der UN-Behindertenrechtskonvention erfüllten. Die UN-Behindertenrechtskonvention ist seit zwei Jahren für Deutschland verbindliche Rechtsgrundlage. Sie fordert Inklusion sowie Partizipation, das bedeutet das selbstverständliche Dazugehören von Menschen mit Behinderung, in allen Lebensbereichen. Willi Hiesinger, Kaufmännischer Geschäftsführer der Behindertenhilfe, dankte allen Kooperationspartnern, die dieses Projekt ermöglicht haben. Er dankte insbesondere auch den Gewerbetreibenden für ihr Verständnis und ihre Toleranz im Miteinander mit Menschen mit Behinderung. Flott musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch die Gruppe „Freches Blech“ vom Zußdorfer Kinderheim St. Johann und die Rotachtaler der Zieglerschen Behindertenhilfe.

Annette Scherer

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